2016, Mutter Maria und mein sizilianischer Onkel

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Heute, das Fest der Hl. drei Könige, der Percht, der Befana… die letzteren zwei gefallen mir ehrlich gesagt besser – wisst ihr eigentlich, wie mir das Christentum auf die Eierstöcke geht? Es gibt immer nur Männer. Gott ist ein alter Mann oben im Himmel. An Weihnachten wird Jesus geboren und es kommt der Weihnachtsmann, der Nikolaus und Knecht Ruprecht. Am 6. Januar kommen dann nochmal drei Männer, die einem was an die Tür schreiben. An Ostern dann geht es wieder um Jesus. Er wird ans Kreuz geschlagen und steht dann wieder auf. Gut, dass der Osterhase aus dem Heidentum sowieso schon männlich war!

Und die einzige Frau, die im Christentum was zu sagen hat, ist Maria. Naja, was heißt „was zu sagen“ – sprechen tut sie ja nicht – das übernimmt ja ihr Sohnemann. Ich jedenfalls habe noch nie großartige Zitate von Mutter Maria gehört. Sie müssen jedenfalls viel seltener sein. Eigentlich wirkt sie auf mich wie ein stummes Bildnis der perfekten Frau. Für mich ist sie nicht lebendig. Sie bewegt sich nicht, sie ist einfach nur da – entweder mit gefalteten Händen oder mit dem Jesuskind im Arm. Aber es gibt überhaupt keine Andeutungen darauf, dass sie Gedanken hatte, dass in ihr etwas steckte, dass sie sich bewegt hat. Sie ist einfach nur eine leere, weibliche Hülle, eine Art „zufrieden stellende Dekoration“ für den Mann. Sie sagt nichts und sie hat auch keine Sexualität. Sie ist Jungfrau. Sie ist eine von Männern gemachte, dahin vegetierende Frau, die ihrer Stimme und eigenem Willen beraubt wurde. Manchmal liegen ihr noch die Schlangen Hekates zu Füßen und oft gibt es Marienstatuen an für Hekate typischen Kreuzungen mir drei Wegen, aber vergleichen kann man sie mit dieser überhaupt nicht mehr. Diese Frau tut mir ehrlich gesagt einfach nur leid.

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Und ich verstehe auch nicht, dass viele sagen, dass Maria die heidnische Göttin ersetzt. Die heidnischen Göttinnen sind lebendig, sie haben Charakterzüge und auch „Fehler“ (wenn man so will) oder sagen wir eher „unangenehme, aber weise Eigenschaften“. Hekate beispielsweise sagt dir, was Sache ist und hat eine starke, eigene Präsenz. Maria ist vielleicht aus dem Göttinnenkult entstanden, aber sie ist keine von ihnen – Maria ist eine von Männern gemachte Frau – sozusagen wirklich aus einer männlichen Rippe! Maria hat mit Weiblichkeit meinem Empfinden nach gar nichts zu tun.

Darstellungen der alten Göttinnen zeigen mehr Tiefe, mehr weibliche Weisheit, mehr Verbundenheit – einfach mehr Eigendynamik und Unabhängigkeit, wie diese Darstellung der Hekate, die mir besonders gut gefällt:

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Maria stellt das erwünschte Frauenbild und -verhalten verkopfter und frauenfürchtender Männer dar. Das Christentum baut auf einer Welt auf, in der Männer die Macht haben und die Frauen als Mütter und hübsche, stille (!) Dekoration daneben stehen. Sie können auch arbeiten gehen, ja ok, aber wenn Frauen nicht so aussehen, wie es erwünscht wird, wird sofort über sie hergezogen (s. Angela Merkel). Und dieses Frauenbild fahren auch heute die meisten Männer und übrigens auch die Frauen. Ach, kein Wunder, dass Maria so trostlos und traurig wirkt!

Wie man von Hölzchen auf Stöckchen kommt! Eigentlich wollte ich darüber gar nicht schreiben, sondern über meine neuen Vorsätze fürs Jahr 2016! Ähhh, ok, also, jetzt ist sowieso alles aus dem Kontext gerissen 😉

Was im Jahr 2015 passiert ist:

  1. Ich habe meinen Fernseher verbannt.
  2. Ich habe meine Couch rausgeworfen und einen Tanz- und Ritualraum aus meinem Wohnzimmer gemacht.
  3. Ich habe mich selbst als Göttin und Königin entdeckt auf dem Weg der erwachten Weiblichkeit.
  4. Auf diesem Weg habe ich meinen Mann (!) und die Liebe gefunden.
  5. Ich habe die Verbundenheit mit der Welt und allen Menschen gespürt, indem ich mich viel bewegt habe: zweimal nach Paris, einmal nach Berlin, zum Mittelalterfestival nach Bückeburg und dreimal nach Sizilien!

Meine Vorsätze für das Jahr 2016 sind:

  1. Ich wünsche mir mehr Struktur und Ordnung in meinem Leben (v.a. in materieller Hinsicht :-P)
  2. Ich möchte noch mehr Sport treiben.
  3. Ich möchte mich mehr um mich selbst kümmern und keine Therapeutin mehr für andere spielen, denn jeder geht einen anderen Weg und da möchte ich lernen, loszulassen.
  4. Ich möchte richtig schön Gitarre lernen.
  5. Ich möchte noch mehr ins Kreieren kommen und weg vom Konsumieren, wie mir Liath 2015 beigebracht hat.
  6. Ich wünsche mir ein Jahr mit meinem neuen Schatz, der mir 2015 endlich geschenkt wurde, voller Liebe, Leidenschaft, Sex, Tiefgang und Albernheiten!
  7. Ich möchte noch mehr werden wie mein verstorbener Patenonkel, der einfach gemacht hat, was er wollte. Beispielsweise ist er als kleines Kind von meiner Oma immer wieder ins Internat gesteckt worden (das war früher auf Sizilien Mode) und immer wieder abgehauen. Er ist 44 km zurück nach Hause zu meiner Oma gelaufen, stand dann irgendwann wieder vor der Tür und rief: „Mama, ich bin wieder da!“ Irgendwann hat sie es dann endlich aufgegeben und er konnte zuhause bleiben. Manchmal muss man einfach das tun, was einem die innere Stimme sagt, egal, was andere dazu sagen. Egal!
  8. Ich möchte an meinem Buch weiterschreiben, einen roten Faden finden und meine Ideen für weitere Bücher verschriftlichen.

Ich möchte mich bedanken, bei euch, bei mir, für diesen regen Austausch im Jahr 2015 und freue mich auf euch im Jahr 2016! Auf dass es für uns alle neue, wunderbare und lebendige Impulse bringen möge!

In ganz viel Liebe an alle Hexenfrauen

Hexesofia

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  1. Oh Mann, Du sprichst mir ja sooo aus der Seele! Bin ich endlich nicht mehr die vermeintlich einzige, die das Bildnis von Maria so… abstoßend findet! Wer ist das? Was ist das? Wie Du es schon sagtest, das ist doch keine Frau! Das ist eine Märchen-Figur aus einem Heuchel-Christen-Denkapparat! Von wegen Jungfrau und so! Das ist sehr wohl diejenige, die sie über die alten heidnischen Göttinnen einfach drüber gestülpt haben! Ein Trauerspiel! Denn sie haben sie ja eben ganz bewußt all ihrer Attribute beraubt und dann „sowas“ daraus gemacht. Ja ja, eine Jungfrau… Die hatte nicht nur nichts zu sagen – das weiß ich noch nicht mal – die durfte einfach nicht und es wollte auch wenn schon gar keineR hören! Da könnte ich mich jetzt auch echt stundenlang drüber auslassen. Danke dafür! 😀 Und der Vergleich mit Hekate käme mir echt nie in den Sinn, hehe. Da gibt es glaub ich andere, die ihrem verkümmertem Bild im Ursprung mehr entsprochen hätten….
    Aber eigentlich wollte ich Dir erstmal ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr 2016 wünschen 🙂

    • Jaja, Athena, ich kann dich gut verstehen, denn was noch krasser ist, ist ja eigentlich, dass sich kaum jemand darüber aufregt… Die Mehrheit erkennt ja nicht einmal, was das alles für ein Schwachsinn ist. Eigentlich müssten alle Christinnen auf die Barrikaden gehen angesichts der Mariendarstellungen und der Rolle der Frau an sich. Aber sie nehmen es so hin und denken wirklich, Maria sei eine ganz wichtige Frau gewesen.
      Liebe Athena, auch ich wünsche dir ein frohes neues Jahr und freue mich auf weitere 12 Monate regen Austausches :-)))

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