Archiv für den Monat Januar 2016

Mein Leben

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Mein Leben

Wir haben abnehmenden Mond im Skorpion. Eine Zeit, die uns tiefer gehen lässt mit unseren Wurzeln, uns hinter Vorhänge schauen lässt, die wir lange nicht infrage gestellt haben. Imbolc steht nicht mehr vor der Tür, sondern ist schon da in seiner vollsten Pracht. Eine gute Zeit, um Ideen keimen zu lassen und schwanger zu gehen mit neuen Impulsen und Energien.

Mein Leben ist irgendwie in Aufruhr. Es hat sich soviel verändert in den letzten zwei Jahren. Ich habe mich anscheinend wieder einmal auf einen neuen Weg gemacht und jetzt bin ich mir nicht sicher, welche Abzweigungen ich nehmen will. Brighid, die keltische Lichtgöttin der weiblichen Schöpfungskraft repräsentiert die göttliche Energie des Imbolcfestes – eine gute Zeit für die Geburt von neuen Lebensideen.

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Meine Lebensideen drehen sich momentan um meine „Berufung“ oder „Beruf“, kommt drauf an, wie man es sehen möchte. Und genau an diesem Punkt bin ich gerade.

Ich habe diesen festen Job angenommen – Moment, habe ich ihn angenommen oder bin ich einfach nur den Weg gegangen, den alle gehen? Bin ich zum Vorstellungsgespräch gegangen, weil dieser Job für mich ALLES bedeutet oder weil es meine nächste Aufgabe war, die mir von meinem Umfeld so vorherbestimmt wurde? Was will ich eigentlich im Leben? Wie möchte ich leben? Wer bin ich in Wirklichkeit?

Dann ist mein Freund noch in mein Leben getreten und wirft all diese Fragen noch einmal von einer anderen Seite auf. Ich bin so dankbar, dass er da ist und er lässt mich auf eine Art so ankommen in mir. Er unterstützt mich und schenkt mir seine Liebe. Aber so verrückt es sich anhören mag – auch daran muss ich mich noch gewöhnen. Das Gute daran ist, dass ich es deshalb in vollen Zügen genießen kann, auch wenn ab und an das kleine Mädchen in mir Ängste hat, dieses Glück wieder zu verlieren. Dass sich das alles als erneute Illusion herausstellt und ich letztendlich wieder alleine bin.

Mein Leben ist im Umbruch, ändert das Programm, erschafft neue Lichter. Und obwohl alles in Ordnung zu sein scheint, bin ich momentan völlig orientierungslos. Ich stelle meine Berufung immer wieder infrage und baue mental andere Lebenskonzepte auf.

Wie toll ich beispielsweise die Menschen finde, die auf Märkten ihre Sachen verkaufen. Und Frauen, die spirituell, schamanisch oder magisch arbeiten und sich dabei selbst organisieren dürfen. Ich liebe Selbstorganisation.

Mir wird gerade klar, dass ich mein Ding machen muss. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber ich möchte ab nun an darauf hin arbeiten. Ich möchte meine eigene Herrin sein. Ich möchte gerne alleine arbeiten, und dabei etwas für andere tun. Etwas ganz Besonderes tun. Etwas ganz Eigenes zu machen, eigen zu sein – das ist mein Lebenssinn, daraus entsteht in mir Harmonie. Dann bin ich im Einklang mit allem.

Brigid

Ein gesegnetes Imbolc euch allen.

 

 

2016, Mutter Maria und mein sizilianischer Onkel

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Heute, das Fest der Hl. drei Könige, der Percht, der Befana… die letzteren zwei gefallen mir ehrlich gesagt besser – wisst ihr eigentlich, wie mir das Christentum auf die Eierstöcke geht? Es gibt immer nur Männer. Gott ist ein alter Mann oben im Himmel. An Weihnachten wird Jesus geboren und es kommt der Weihnachtsmann, der Nikolaus und Knecht Ruprecht. Am 6. Januar kommen dann nochmal drei Männer, die einem was an die Tür schreiben. An Ostern dann geht es wieder um Jesus. Er wird ans Kreuz geschlagen und steht dann wieder auf. Gut, dass der Osterhase aus dem Heidentum sowieso schon männlich war!

Und die einzige Frau, die im Christentum was zu sagen hat, ist Maria. Naja, was heißt „was zu sagen“ – sprechen tut sie ja nicht – das übernimmt ja ihr Sohnemann. Ich jedenfalls habe noch nie großartige Zitate von Mutter Maria gehört. Sie müssen jedenfalls viel seltener sein. Eigentlich wirkt sie auf mich wie ein stummes Bildnis der perfekten Frau. Für mich ist sie nicht lebendig. Sie bewegt sich nicht, sie ist einfach nur da – entweder mit gefalteten Händen oder mit dem Jesuskind im Arm. Aber es gibt überhaupt keine Andeutungen darauf, dass sie Gedanken hatte, dass in ihr etwas steckte, dass sie sich bewegt hat. Sie ist einfach nur eine leere, weibliche Hülle, eine Art „zufrieden stellende Dekoration“ für den Mann. Sie sagt nichts und sie hat auch keine Sexualität. Sie ist Jungfrau. Sie ist eine von Männern gemachte, dahin vegetierende Frau, die ihrer Stimme und eigenem Willen beraubt wurde. Manchmal liegen ihr noch die Schlangen Hekates zu Füßen und oft gibt es Marienstatuen an für Hekate typischen Kreuzungen mir drei Wegen, aber vergleichen kann man sie mit dieser überhaupt nicht mehr. Diese Frau tut mir ehrlich gesagt einfach nur leid.

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Und ich verstehe auch nicht, dass viele sagen, dass Maria die heidnische Göttin ersetzt. Die heidnischen Göttinnen sind lebendig, sie haben Charakterzüge und auch „Fehler“ (wenn man so will) oder sagen wir eher „unangenehme, aber weise Eigenschaften“. Hekate beispielsweise sagt dir, was Sache ist und hat eine starke, eigene Präsenz. Maria ist vielleicht aus dem Göttinnenkult entstanden, aber sie ist keine von ihnen – Maria ist eine von Männern gemachte Frau – sozusagen wirklich aus einer männlichen Rippe! Maria hat mit Weiblichkeit meinem Empfinden nach gar nichts zu tun.

Darstellungen der alten Göttinnen zeigen mehr Tiefe, mehr weibliche Weisheit, mehr Verbundenheit – einfach mehr Eigendynamik und Unabhängigkeit, wie diese Darstellung der Hekate, die mir besonders gut gefällt:

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Maria stellt das erwünschte Frauenbild und -verhalten verkopfter und frauenfürchtender Männer dar. Das Christentum baut auf einer Welt auf, in der Männer die Macht haben und die Frauen als Mütter und hübsche, stille (!) Dekoration daneben stehen. Sie können auch arbeiten gehen, ja ok, aber wenn Frauen nicht so aussehen, wie es erwünscht wird, wird sofort über sie hergezogen (s. Angela Merkel). Und dieses Frauenbild fahren auch heute die meisten Männer und übrigens auch die Frauen. Ach, kein Wunder, dass Maria so trostlos und traurig wirkt!

Wie man von Hölzchen auf Stöckchen kommt! Eigentlich wollte ich darüber gar nicht schreiben, sondern über meine neuen Vorsätze fürs Jahr 2016! Ähhh, ok, also, jetzt ist sowieso alles aus dem Kontext gerissen 😉

Was im Jahr 2015 passiert ist:

  1. Ich habe meinen Fernseher verbannt.
  2. Ich habe meine Couch rausgeworfen und einen Tanz- und Ritualraum aus meinem Wohnzimmer gemacht.
  3. Ich habe mich selbst als Göttin und Königin entdeckt auf dem Weg der erwachten Weiblichkeit.
  4. Auf diesem Weg habe ich meinen Mann (!) und die Liebe gefunden.
  5. Ich habe die Verbundenheit mit der Welt und allen Menschen gespürt, indem ich mich viel bewegt habe: zweimal nach Paris, einmal nach Berlin, zum Mittelalterfestival nach Bückeburg und dreimal nach Sizilien!

Meine Vorsätze für das Jahr 2016 sind:

  1. Ich wünsche mir mehr Struktur und Ordnung in meinem Leben (v.a. in materieller Hinsicht :-P)
  2. Ich möchte noch mehr Sport treiben.
  3. Ich möchte mich mehr um mich selbst kümmern und keine Therapeutin mehr für andere spielen, denn jeder geht einen anderen Weg und da möchte ich lernen, loszulassen.
  4. Ich möchte richtig schön Gitarre lernen.
  5. Ich möchte noch mehr ins Kreieren kommen und weg vom Konsumieren, wie mir Liath 2015 beigebracht hat.
  6. Ich wünsche mir ein Jahr mit meinem neuen Schatz, der mir 2015 endlich geschenkt wurde, voller Liebe, Leidenschaft, Sex, Tiefgang und Albernheiten!
  7. Ich möchte noch mehr werden wie mein verstorbener Patenonkel, der einfach gemacht hat, was er wollte. Beispielsweise ist er als kleines Kind von meiner Oma immer wieder ins Internat gesteckt worden (das war früher auf Sizilien Mode) und immer wieder abgehauen. Er ist 44 km zurück nach Hause zu meiner Oma gelaufen, stand dann irgendwann wieder vor der Tür und rief: „Mama, ich bin wieder da!“ Irgendwann hat sie es dann endlich aufgegeben und er konnte zuhause bleiben. Manchmal muss man einfach das tun, was einem die innere Stimme sagt, egal, was andere dazu sagen. Egal!
  8. Ich möchte an meinem Buch weiterschreiben, einen roten Faden finden und meine Ideen für weitere Bücher verschriftlichen.

Ich möchte mich bedanken, bei euch, bei mir, für diesen regen Austausch im Jahr 2015 und freue mich auf euch im Jahr 2016! Auf dass es für uns alle neue, wunderbare und lebendige Impulse bringen möge!

In ganz viel Liebe an alle Hexenfrauen

Hexesofia