Archiv für den Monat Juli 2015

Sicilia

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Gerade komme ich frisch aus dem Urlaub und bemerke, wie gut das tut, mal weg zu sein und was anderes zu erfahren. Heutzutage ist es so leicht, andere Länder zu besuchen, dass ich das nun öfter machen möchte.

Das Reiseziel ist diesmal Sizilien gewesen. Warum? Eines Montag morgens Ende Juni kam so ein strömender Regen vom Himmel, dass ich spontan einen Flug nach Sizilien buchte. Ich bin von Haus aus Halbsizilianerin und habe auch noch Familie da unten. Ich kenne mich also ein wenig aus und bin nicht ins völlig Unbekannte geflogen.

Ich habe mich hauptsächlich in Catania aufgehalten.

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Hier seht ihr einen Teil von Catania von oben.

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Ein Chioscho (gesprochen „Kiosko), wo man sich leckere und außergewöhnliche Erfrischungsgetränke holen kann, die man aus Deutschland nicht kennt – tja, Hitze macht einfallsreich 😛

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Das Bild finde ich einfach nur schön und möchte nichts weiter dazu sagen!

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Ich auf dem Etna – später hat meine Couchsurfingfreundin über mich geschrieben: „She’s a volcano“ und die Verbindung zwischen Sizilien und mir hergestellt. Danke ihr dafür!

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Das war im wunderschönen Ochsental (an den italienischen Namen kann ich mich nicht mehr erinnern).

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Meine sizilianische Oma, die ich nach 9 Jahren unter Tränen wiedergesehen habe. Ich bin an dem Tag von Catania mit dem Bus nach Scordia gefahren (die Heimatstadt meines Vaters), um meine Familie zu besuchen. Ich habe sonst keine Großeltern mehr und deshalb ist mir klar geworden, dass ich öfters nach Sizilien möchte, da sie schon 92 Jahre alt ist.

Ich habe noch ganz viele tolle Leute kennengelernt und meine Familie „wiederentdeckt“. Alle haben sich gefreut, dass ich da war. Mein Italienisch hat sich aus völlig mysteriösen Gründen verbessert – vielleicht weil ich mein Französisch so aufgebessert habe. In den romanischen Sprachen kann man ja ganz leicht die Brücke ziehen.

Und die Erkenntnis, die ich hatte, war: Ich bin eine Sizilianerin! Und ich habe diese Seite in mir viel zu lange verleugnet. Die Häuser, die Luft, das Essen, die Menschen haben mich angesprochen und mir einen Teil meiner Selbst widergespiegelt, den ich lange Zeit unterdrückt habe, weil ich gedacht habe, ich kann keine richtige Sizilianerin sein. Gleichzeitig konnte ich auch nie richtig Deutsche sein. Ich denke, diejenigen unter euch, die auch halb-halb sind, wissen, was ich meine.

Für dieses jahrelange Problem habe ich jedoch die Antwort während meiner Reise gefunden: Ich bin nicht das eine oder das andere, ich bin auch nicht das eine und das andere, ich bin IMMER BEIDES ZUSAMMEN. Sie sind nicht abgespalten voneinander, sie bilden einfach eine neue Farbe. Eine Einheit. E basta ;-).