Archiv für den Monat Oktober 2014

Darf man nicht mehr wünschen?

Standard

Heyho ihr Lieben,

habt ihr euch schonmal Gedanken darüber gemacht, ob das Wünschen evtl. negativ sein könnte? Heute las ich bei Payoli den Artikel Wünsch dir was!, welcher mich zwiespältig stimmte. Er schreibt darin, dass das Wünschen unnötig und sogar schadenbringend sei, weil Dinge wie Liebe, Harmonie und beispielsweise ein schönes Leben keine Konstante seien, wie zum Beispiel ein neues Auto, dass man sich zusammenbauen lässt oder eine Wandfarbe. Ich verwende mal das Beispiel der Wandfarbe, um Payolis Theorie zu erklären (falls ich irgendetwas falsch verstanden habe, bitte ich Payoli um Korrektur). Wunschinhalte für sich selbst und andere sind oftmals Dinge wie Liebe, Glück, Harmonie, Entspannung etc… – alles Dinge, die sich im Bewusstseinszustand des Menschen ausdrücken und nicht materieller Natur sind. Diese Dinge sind nach Payoli nicht konstant wie die grüne Farbe an der Wand, die man durch zielgerichtetes Handeln wieder austauschen kann, sondern schwingen und sind dem Menschen IMMER verfügbar, womit ich auch völlig übereinstimme.

Schwierig wird die Sache dann für mich, dass das Wünschen prinzipiell schaden soll, selbst wenn man Gutes wünscht. Payoli vertritt hier die Ansicht, dass man durch seinen Wunsch gleichzeitig das Nicht-Vorhanden-Sein-Dessen ausdrückt, was man wünscht und deshalb unbewusst dieses Nicht-Vorhanden-Sein weitergibt, als den Inhalt des Wunsches.

Das stimmt mich kritisch, denn ich denke, dass Wünsche nicht Nicht-Vorhandenes fixieren, sondern Inhalte bewegen. Wenn alles Nicht-Materielle schwingt und reine Energie ist, dann sind Wünsche es auch. Das bedeutet für mich, wenn ich meiner Freundin viel Liebe wünsche, dass mein Wunsch die Liebe nicht entfernt, sondern sich mit derjenigen Energie meiner Freundin verbündet, die ihr dabei helfen kann, diese Liebe (die ihr wie gesagt immer zugänglich ist) zu spüren. Und wenn dem Menschen sowieso alles verfügbar ist, wie könnte dann ein Wunsch plötzlich alles entfernen? Das ist für mich eher unlogisch.

Für mich ist ein Wunsch ein Prinzip. Der Wunsch nach Harmonie ist der Wunsch nach dem Prinzip der Harmonie. Das gesprochene oder geschriebene Wort ‚Harmonie‘ folgt dem Prinzip der Harmonie. Harmonische Farben sowohl in der Wohnung, als auch in der freien Natur oder in der Stadt folgen dem Prinzip der Harmonie. Harmonische Instrumente und Klänge in der Musik folgen dem Prinzip der Harmonie. Sanfte Berührungen und Lächeln folgen dem Prinzip der Harmonie. Ich glaube, diese Beispiele reichen, um auszudrücken, was ich meine.

Wenn ich also Harmonie wünsche, verstärke ich einfach das Prinzip. Es ist für mich also gut, wenn man seiner Freundin Liebe, Frieden und Harmonie wünscht. Die Gefühle in ihrem Leben, die sie zu diesen Prinzipien schon gespürt hat verbinden sich mit meinem Wunsch und werden somit wieder ein Stückchen größer. Wichtig ist jedoch, dass es bewusst wahrgenommen wird – wenn jemand sich der Harmonie gegenüber völlig sperrt (inkl. mir selbst) oder den Zugang zu ihr nicht findet, weil die Verbindung durch irgendetwas blockiert wird, hilft alles Wünschen sowieso nichts. Beziehungsweise kommt es auch wiederum auf die Größe der Blockade an, wie schnell oder wie langsam oder ob sich das Gewünschte überhaupt manifestieren kann.

Ich weiß nicht, ob ich deutlich machen konnte, wie ich es empfinde. Es sind Bereiche, die Worte oft nicht zureichend transportieren können bzw. empfinde ich es persönlich als sehr schwierig, weil es oftmals Dinge sind, die ich nur zu 50% mit dem Verstand begreife (wenn überhaupt), der Rest ist ein Gefühl oder eine Schwingung, die sich für mich persönlich richtig anfühlt.

Genau aus diesem Grund glaube ich auch, dass jeder selbst entscheiden muss, ob und was er wünscht. Wenn Payoli darin keinen Sinn sieht, dann ist das für ihn auch so und das ist auch richtig. Es gibt nicht die eine Welt, sondern so viele wie Menschen existieren. Jeder Mensch sieht eine andere Welt und das Geschenk, dass wir mit in dieses Leben auf der Welt bekommen haben, ist das Geschenk der Ausdrucksmöglichkeit. Jeder drückt die Welt aus, die er gerade sieht. Selbst wenn zwei Menschen völlig einer Meinung sind, fühlt es sich individuell doch immer anders an – bestimmt ähnlich, aber IMMER anders. Dazu könnte ich jetzt noch den ganzen lieben langen Tag was sagen, aber irgendwann muss auch mal Schluss sein 🙂

Was sagt ihr denn dazu? Ich denke mal, die meisten unter euch wünschen ab und an/oft und sogar ganz gern? Was ist eure Meinung dazu?

In diesem Sinne danke ich Payoli von Herzen für seinen Artikel, denn er hat mir geholfen, meine Welt zu diesem Thema zu ergründen und sie auszudrücken.