Etwas ändern…

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Heute hat der Beitrag von HexeClaire mich an eins meiner Lieblingsgedichte erinnert, und das möchte ich euch nicht vorenthalten:

Etwas ändern (nach Günter Seipp)

Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien,
mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,
mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen,
mehr Experten, aber größere Probleme.

Wir rauchen und trinken zu viel,
lachen zu wenig, fahren zu schnell,
regen uns unnötig auf, sehen zu lange fern,
stehen zu müde auf, lesen zu wenig,
denken zu selten vor,
halten keine Zwiesprache mehr.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht,
aber unsere Welt reduziert.
Wir wissen, wie man den Lebensunterhalt verdient,
aber nicht mehr, wie mal lebt.
Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt,
aber können wir den Jahren auch mehr Leben geben?

Wir kommen zum Mond,
aber nicht mehr zur Tür des Nachbarn.
Wir haben den Weltraum erobert,
aber nicht den Raum in uns gefüllt.
Wir können Atome spalten,
aber nicht unsere Vorurteile.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist,
etwas darzustellen als zu sein.
Und wo wir die Wahl haben:

Etwas zu ändern….

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  1. Eigentlich erschreckend wie gut dadurch unser Leben beschrieben wird. Und eigentlich ziemlich absurd, dass man so etwas Fortschritt nennt (fort schreiten von sich selbst?) Scheinbar ist das alles alternativlos, da wir uns schwer etwas anderes vorstellen können und das Verhalten teilweise sogar gebraucht wird, um „unser System“ am Leben zu erhalten.

    Die Wirtschaft würde zusammenbrechen, wenn wir nicht mehr sturzbetrunken und benebelt wären von unserem Dauerkonsum. Wir „müssen“ Dinge herstellen, die wir eigentlich nicht brauchen, müssen weiter wachsen, wachsen, über die Ressourcen unserer Erde hinaus, immer mehr, immer grösser, koste es was es wolle. Ein krebsartiger Wahn. Wenn wir in die Zukunft denken, dann meist nur Jahre, Jahrzehnte sind schon die Ausnahme. Wie das noch Jahrhunderte so weiter gehen soll, das blendet man aus.

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