Die Sache mit dem Spiegel…

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Also an diese Spiegelsache (auch Resonanzgesetz genannt) glaub ich schon… Aber der Umgang damit sollte nicht so sein, dass man sagt „Ach, der kritisiert das nur an mir, weil er selbst damit ein Problem hat“ und es so auf den anderen schieben – dann hat man diese Spiegelsache auch nicht richtig verstanden. Man kann das ja schon realisieren, dass das auch was mit dem anderen zu tun hat, aber man darf auch nicht vergessen, dass derjenige ja jetzt auch MEIN Spiegel war und das wiederum bedeutet, dass es sehr wohl was mit mir zu tun hat und ich die Verantwortung eben nicht auf den anderen schieben kann. Also was ich ich meine, ist, wenn jemand beispielsweise zu dir sagt, du seist geizig, dann bedeutet das nicht nur, dass er selbst evtl. geizig ist, sondern auch, dass auch du anscheinend irgendwo Anzeichen von Geiz gemacht hast.
Also was ich damit sagen will ist, dass ein Spiegel ja nicht nur in eine Richtung geht, sondern auch in die andere. Und das bedeutet jetzt auch nicht, dass man total scheiße ist, wenn jemand sagt, man wäre total scheiße. Es bedeutet einfach nur, dass du dich evtl. einmal scheiße benommen hast und das kann auch nur in kleinen Anteilen sein. Das ist nicht absolut zu sehen, sondern individuell. In den Augen eines Anderen hast du dich einmal scheiße benommen und da findet diese Eigenschaft in Verbindung mit dir EINE Existenz. Eine von 1000andern Millionen, die vielleicht alle sagen, dass du toll bist, was wiederum beinhaltet, dass du dich oft toll verhalten hast. Von daher muss man auch nicht jeden Vorwurf total ernst nehmen und beachten. Im besten Fall touched es einen gar nicht-was ein Anzeichen dafür ist, dass man mit dem Thema eigentlich so gut wie durch ist, im Reinen ist oder man noch nie einen Konflikt damit hatte.

Aber macht es dich wütend, wühlt dich auf oder du reagierst sonst irgendwie „extrem“ darauf, dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass du eben doch nicht so ausgesöhnt mit dem Thema bist – sorry, wenn ich jetzt spreche wie so Hardcore-Esos, aber ich empfinde es nun mal so und habe auch oft die Erfahrung gemacht.

Man kann das ganz oft bei Leuten beobachten, die in hohem Maße Probleme mit sich selbst haben. Die nehmen sich einfach so daher gesagter Sätze plötzlich total an und reagieren komisch oder sauer darauf (vor dir oder nachdem du mit ihnen zusammen warst), weil du vielleicht – und ohne es zu wissen – Lebensbereiche angesprochen hast, mit denen sie ein Problem haben. Und du hast auch eine Verbindung mit dem Thema, aber die kann locker und natürlich sein – juckt den andern in dem Fall aber nicht.

Naja, was ich damit sagen will, ist dass diese Spiegelsache eigentlich nicht dazu da ist, Dinge auf andere loszuwerden, sondern andersrum: nämlich bei sich selbst zu schauen. Und wie gesagt, man muss sich nicht bei jedem dummen Kommentar gleich jeden Schuh anziehen, nur weil man denkt, man müsse jetzt daraus was lernen wegen Spiegel und so… Nur wenn es einen wirklich tangiert, dann wäre die Beschäftigung damit meiner Meinung nach schon lohnenswert 🙂

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Vor allen Dingen wenn ich in die Vergangenheit schaue, erwische ich mich total oft dabei, wie ich plötzlich bemerke, dass der oder diejenige damals doch irgendwie recht hatte, als er oder sie meinte, ich sei sehr egozentrisch. Und damals habe ich mich mit Händen und Füßen gewehrt und fand es eine Unverschämtheit, mir so etwas vorzuwerfen! Wenn ihr gesehen hättet, wie egozentrisch ich selbst bei der Reaktion war!

Jaja, Spieglein, Spieglein an der Wand…

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  1. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen: ich erlebe an mir selbst sehr oft, dass negative starke Gefühle eine Wurzel in mir selbst haben. Ich habe gerade einen Post zum Thema Beziehungsarbeit geschrieben,in dem ich das auch versuche zuerklären. Ganz häufig,wenn mich etwas an meinem Partner aufregt,rege ich mich zu einem guten Stück über mich selber auf. Er plant nicht und vergisst dadurch ständig ach so wichtige Dinge, dieser verantwotungslose Kerl ^^ Und dann fällt mir plötzlich auf,dass ich in die Uni fahre ohne die Sprechstundentermine zu checken und ausserdem habe ich meine Bücher mal wieder vergessen rechtzeitig in die Bibo zu bringen…. 😀 Ich persönlich glaube, dass unser Unterbewusstsein uns oft einen Streich spielt und Dinge auf andere projiziert, über die wir uns eigentlich an uns selbst ärgern. Ich finde das sehr erleichternd zu erkennen, denn an mir kann ich Dinge ändern, nicht an anderen.

  2. Achso, laut Psychologie können das auch Dinge sein, die gar nicht aktuell in uns schwelen, sondern die uns beigebracht wurden an uns selbst nicht zu mögen, zB Unordentlichkeit, Schusseligkeit, Trägheit -was auch immer die Erziehungspersonen so alles nicht mochten.Manchmal muss man also ein bisschen graben, um zu erkennen, wer da im Spiegel zu sehen ist… 😉

  3. So wie du das geschrieben hast, habe ich das noch nie betrachtet. Ich bin zumindest im Berufsleben sehr sensibel bei Kritik und habe öfters emotionale Probleme danach. Ich denke, dass mir das in Zukunft etwas leichter fallen wird. Danke für deinen tollen Artikel! 🙂

  4. Ich persönlich glaube dass man manchmal auch einfach nur „über reagiert“, weil man mit bestimmten Aussagen oder Verhaltensweisen, die man an anderen Menschen gerade bemerkt, bereits negative Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hat. Also sowas wie „ein gebranntes Kind scheut das Feuer“. 😉
    Mit den sog. Spiegelgesetzen kann ich nicht wirklich was anfangen, weil ich der Meinung bin dass die meisten Leute sie einfach nur als Ausrede für sich selbst benutzen, wenn sie beispielsweise häufiger mit anderen anecken und sich den Aspekten ihrer Persönlichkeit nicht stellen möchten, die das hervor rufen…

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