Archiv für den Monat Juni 2013

Die Sache mit dem Spiegel…

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Also an diese Spiegelsache (auch Resonanzgesetz genannt) glaub ich schon… Aber der Umgang damit sollte nicht so sein, dass man sagt „Ach, der kritisiert das nur an mir, weil er selbst damit ein Problem hat“ und es so auf den anderen schieben – dann hat man diese Spiegelsache auch nicht richtig verstanden. Man kann das ja schon realisieren, dass das auch was mit dem anderen zu tun hat, aber man darf auch nicht vergessen, dass derjenige ja jetzt auch MEIN Spiegel war und das wiederum bedeutet, dass es sehr wohl was mit mir zu tun hat und ich die Verantwortung eben nicht auf den anderen schieben kann. Also was ich ich meine, ist, wenn jemand beispielsweise zu dir sagt, du seist geizig, dann bedeutet das nicht nur, dass er selbst evtl. geizig ist, sondern auch, dass auch du anscheinend irgendwo Anzeichen von Geiz gemacht hast.
Also was ich damit sagen will ist, dass ein Spiegel ja nicht nur in eine Richtung geht, sondern auch in die andere. Und das bedeutet jetzt auch nicht, dass man total scheiße ist, wenn jemand sagt, man wäre total scheiße. Es bedeutet einfach nur, dass du dich evtl. einmal scheiße benommen hast und das kann auch nur in kleinen Anteilen sein. Das ist nicht absolut zu sehen, sondern individuell. In den Augen eines Anderen hast du dich einmal scheiße benommen und da findet diese Eigenschaft in Verbindung mit dir EINE Existenz. Eine von 1000andern Millionen, die vielleicht alle sagen, dass du toll bist, was wiederum beinhaltet, dass du dich oft toll verhalten hast. Von daher muss man auch nicht jeden Vorwurf total ernst nehmen und beachten. Im besten Fall touched es einen gar nicht-was ein Anzeichen dafür ist, dass man mit dem Thema eigentlich so gut wie durch ist, im Reinen ist oder man noch nie einen Konflikt damit hatte.

Aber macht es dich wütend, wühlt dich auf oder du reagierst sonst irgendwie „extrem“ darauf, dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass du eben doch nicht so ausgesöhnt mit dem Thema bist – sorry, wenn ich jetzt spreche wie so Hardcore-Esos, aber ich empfinde es nun mal so und habe auch oft die Erfahrung gemacht.

Man kann das ganz oft bei Leuten beobachten, die in hohem Maße Probleme mit sich selbst haben. Die nehmen sich einfach so daher gesagter Sätze plötzlich total an und reagieren komisch oder sauer darauf (vor dir oder nachdem du mit ihnen zusammen warst), weil du vielleicht – und ohne es zu wissen – Lebensbereiche angesprochen hast, mit denen sie ein Problem haben. Und du hast auch eine Verbindung mit dem Thema, aber die kann locker und natürlich sein – juckt den andern in dem Fall aber nicht.

Naja, was ich damit sagen will, ist dass diese Spiegelsache eigentlich nicht dazu da ist, Dinge auf andere loszuwerden, sondern andersrum: nämlich bei sich selbst zu schauen. Und wie gesagt, man muss sich nicht bei jedem dummen Kommentar gleich jeden Schuh anziehen, nur weil man denkt, man müsse jetzt daraus was lernen wegen Spiegel und so… Nur wenn es einen wirklich tangiert, dann wäre die Beschäftigung damit meiner Meinung nach schon lohnenswert 🙂

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Vor allen Dingen wenn ich in die Vergangenheit schaue, erwische ich mich total oft dabei, wie ich plötzlich bemerke, dass der oder diejenige damals doch irgendwie recht hatte, als er oder sie meinte, ich sei sehr egozentrisch. Und damals habe ich mich mit Händen und Füßen gewehrt und fand es eine Unverschämtheit, mir so etwas vorzuwerfen! Wenn ihr gesehen hättet, wie egozentrisch ich selbst bei der Reaktion war!

Jaja, Spieglein, Spieglein an der Wand…

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Freier Wille oder Vorherbestimmung?

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Freier Wille oder Vorherbestimmung?

Ich schreibe einen Artikel aufgrund von einer heißen Diskussion, die grad bei Athena stattfindet. Es geht um die sogenannten „erleuchteten“ Esoleute, die meinen, man wäre Teil Gottes‘ Plans und müsste nichts tun und dann würde man glücklich. Wer die Details lesen möchte, schaue bitte bei Athena nach 😉

Hier möchte ich euch beschreiben, wie es sich für mich anfühlt:
Ich denke, es gibt ein grundlegendes Missverständnis zwischen beiden Seiten – klar gibt es Leute, die meinen, sie bräuchten nix tun und Gott wird alles richten. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Nichtstun und Offen sein für Neues.
Das Leben besteht halt nicht nur aus dem männlichen Prinzip, man muss nicht immer was TUN. Man sollte auch das weibliche Prinzip zum Ausdruck kommen lassen und sich bereit machen, etwas zu empfangen wie bei einem Wunsch. Das bedeutet aber nicht, NUR das eine ODER das andere zu tun. Man tut beides. Das weibliche Prinzip wird nur von vielen vergessen und ignoriert.
Und vielleicht sollte man sich auch fragen, inwiefern man „frei“ in der Gesellschaft ist – wie viele Menschen haben ihren Job gewählt, weil es von irgendjemandem im Außen propagiert wurde? Fast alle würd ich sagen. Also man muss wirklich hingucken, wo genau man seine Verantwortung hingibt. Gebe ich Verantwortung ab, wenn ich daran glaube, dass mir etwas gegeben wird, wenn ich mich bereit dafür zeige? Oder gebe ich Verantwortung ab, wenn ich einfach das tue, was alle anderen auch tun? Also da nehme ich lieber die erste Variante ohne zu behaupten, dass die Gesellschaft mich nicht im Griff hätte. Aber auch ich befinde mich auf meinem Weg und ich möchte mehr zu mir.
Natürlich „muss“ man aktiv werden und arbeiten gehen, wenn man überleben will. Aber wenn man zuviel arbeitet, wenn es „zuviel“ wird, dann ist es so, dann kommt eine bestimmte Energie, die sagt „Burn out“ und das ist auch gut so. Es kann nicht immer so weiter gehen, wenn etwas zuviel ist, dann MUSS von irgendwo ein Stopp! kommen und diese Energie gleicht wieder aus. Derjenige Mensch hätte sich evtl. zu Tode gearbeitet, wenn kein natürliches Stopp von außen gekommen wäre. Der Mensch würde auch ewig weiter in der Sonne liegen, wenn nicht irgendwann die Energie des Herbstes kommen würde. Es gibt einfach Dinge, die kommen, ohne dass man aktiv werden muss.
Und ich denke auch nicht, dass der Sinn dieser Predigten darin liegt, zu sagen: „Gott hat gewollt, dass ich mein Leben lang auf der Couch sitze“. Ich finde das nicht fair, Birnen mit Äpfeln zu vergleichen. Leute, die ihr Leben lang auf der Couch abhängen sind höchst unbewusste Menschen und selbst für ihr Tun oder eher Nichtstun verantwortlich. Und es kann im übrigen auch nicht nur Menschen geben, die im Sinne der Gesellschaft und gesellschaftlichen Akzeptanz jeden Morgen aufstehen und für ihr Geld arbeiten gehen. Das sollte man wirklich mal realisieren: das ist nicht unser Wille, das ist der Wille der Gesellschaft. Jeden Morgen aufzustehen und acht Stunden zur Arbeit zu gehen IST KEINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT. Es kann durchaus „gut“ sein, aber es ist nicht selbstverständlich. Selbstverständlich ist, dass wir essen, trinken, lachen und kacken. Aber das alles könnte ich auch in der Autarkie.
Das ist es ja – natürlich bin ich für mein Tun und Nichtstun selbst verantwortlich – aber ich bin trotzdem davon überzeugt, dass, wenn ich dafür bereit bin (also weibliches passives Prinzip) mir etwas gegeben werden kann. Und dazu stehe ich in Kontakt mit Gott und ich BIN sehr wohl eine Idee von Gott, diese Idee ist wie ein Prinzip – und Gott hat mir den freien Willen gegeben, wie und wann ich dieses meine Prinzip leben möchte! Das heißt, es ist beides: Gottes und mein Wille. Er liefert die Idee (mich) und ich mach das daraus, was ich WILL.
Und jetzt nochmal die Frage: Tue ich, was ICH will, wie ICH gedacht bin oder tue ich, was die Gesellschaft will und versuche dort eine Legitimation für mein Handeln zu finden?
Also ich denke, dass diese Gedankengut von Grund auf falsch verstanden wird. Ich verstehe jedenfalls „Gottes Plan“ einfach als mein Prinzip, das mich ausmacht – mich nicht bestimmt, sondern ausmacht. Das ist ein Unterschied.
Und es liegt nicht am blöden Schicksal, dass jemand einen Scheiß Job hat, sondern daran, dass wir in einem bestehendem System leben, das von irgendwelchen Menschen gedacht wurde und niemand gefragt wird, ob er da eigentlich mit machen will. Es gibt die und die Jobs – nimm einen davon oder stirb. Die Gesellschaft hat doch gar keinen Raum, keinen Platz für Menschen, die das tun, was sie tun wollen. Sie hat nur Platz für Menschen, die das tun, was SIE will. Und ich bin überzeugt, dass jeder Mensch seiner Berufung in einem anderen Lebenskontext folgen könnte. Bzw. hat man immer die Wahl, ob man mitmachen möchte oder beispielsweise Autarkie leben möchte.Es gibt so viele Varianten, die meiner Meinung nach auch realisierbar sind. Aber jetzt komme ich vom Thema ab und auch wieder nicht. Ich mache jetzt trotzdem Schluss und danke Athena für diesen inspirierenden Beitrag – er hat Vieles aus mir rausgeholt!
Und noch mein Lieblingszitat von John Lennon, damit jetzt auch noch der letzte die Augen verdreht 😉 :
„The more real you get, the more unreal the world gets.“