Archiv für den Monat Februar 2013

Fortschritt…? Mmh, ich weiß ja nicht…

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Ich frage mich, ob die jüngsten Entwicklungen der letzten Jahre uns Menschen guttun. Mit deinem Handy kannst du, egal, wo du bist, mit jedem kommunizieren, du kannst potentiell immer angerufen werden, du kannst potentiell jeden aus deinem Adressbuch anrufen und du kannst ständig SMS empfangen und hin und herschicken.

Manchmal nervt mich das extrem. Kennst du das – du hast grad Klinsch mit einem Menschen oder willst einen Menschen nicht mehr in deinem Leben haben und dann ertönt der SMS-Ton deines Handys? Mich stresst es dann innerlich, weil ich mir die Frage stelle, ob das dieser Mensch ist und ich fürchte mich vor den Worten, die ich gleich lese. Und dann bekommt man so eine kleine Textmitteilung und die Seele ist total aufgewühlt und man kommt evtl.wieder in Gefühle rein, in die man nicht mehr rein wollte und das kann alles durch so einen getippten Gedanken eines Mitmenschen passieren. Meistens habe ich das Handy auch immer dabei. Manchmal schaffe ich es, ohne Handy das Haus zu verlassen.

Das Handy hält den Menschen heutzutage davon ab, den Moment zu genießen-sein JETZT zu betrachten. Wie oft sieht man Leute mit dem Handy rumfuchteln und neben ihnen gibt es was Wundervolles und sie merken es gar nicht? Es interessiert sie einfach nicht mehr. Die Welt in dem Ding, im Fernseher, im Internet ist wichtiger geworden als die reale, natürliche Welt, die sie umgibt. Und wenn sie ihr Hier und Jetzt wahrnehmen, kann dieser Moment potentiell durch ein Handyklingeln zerstört werden.

Aber im Grunde genommen möchte ich weg davon. Ich möchte mehr weg von Handy, Internet und Fernsehen und mehr hin zu MIR und MEINEM LEBEN. Denn wenn wir ehrlich sind, schauen doch die meisten Menschen abends auf der Couch anderen Menschen zu, wie sie leben. Es fiel mir früher auch sehr schwer, abends den Fernseher nicht anzumachen, weil ich auch nicht wusste, was ich sonst machen soll. Abends fernsehen war schon normal und gehörte dazu. Aber das ist so eine Lethargie geworden, man guckt ja nichts mehr Spannendes, sondern „irgendwas halt“. Und das ist ja nicht der Sinn von dem Ding. Andere machen mir auf dem Bildschrim was vor und ich folge ihnen starr. Ich bewege mich nicht, liege vielleicht noch auf einer rückenschädigenden Couch und gebe mein Leben ab. Ich schaue anderen beim leben zu und lebe selbst nicht mehr.

Da läuft doch irgendwas falsch, oder? Ich verstehe halt nicht, warum der Mensch denkt, er müsste immer weiterkommen, immer besser werden, immer schneller. Und das jeden Monat. Jeden Monat kommt ein neues Modell raus – immer wieder „soll“ das Handy gewechselt und durch eine aufgepimpte Version ersetzt werden. Mit PCs. Laptops etc genauso… Warum nicht auch einfach mal stehen bleiben und erstmal genießen, was man da hat? Ich renne bei einer Wanderung doch auch nicht wie eine Bekloppte durch den Wald versuche den Weg so schnell wir möglich zu machen. Ich versuche auch nicht, das Meer blauer und den Sonnenuntergang schöner zu machen.

Wo ist die Spontaneität, wo die Lebensfreude? Warum kann man sich kaum noch verabreden, ohne vorher noch einmal SMS-Wechsel über evtl. Verspätungen oder Orts- und Terminvereinbarungen zu haben? Wie ging das früher überhaupt? Da hat man das Leben vielleicht in Kauf genommen, in Kauf genommen, dass Leute sich verspäten, in Kauf genommen, dass Leute nicht erscheinen und schließlich, sich einfach mit jemandem zu treffen ohne es vorher doppelt und dreifach dingfest zu machen. Das Risiko eingehen. Durch das ständige SMS-Schreiben und Telefonieren wird heutzutage jedoch alles kontrolliert. Es gibt keine Zufälle mehr, nicht mehr so viele spontane Gefühle – man schreibt eine kurze SMS, dass man noch Nachtisch mitbringt und vermaselt dadurch eine schöne Überraschung.

Aber was rede ich da, ich bin ja selbst drin in der Maschinerie. Ich weiß auch nicht, ob ich eventuell zu streng bin, als Skorpion neige ich ja sehr zu Extremen und habe Schwierigkeiten, ein Mittelmaß zu finden. Es sind ja auch nicht die Erfindungen an sich das Problem, sondern wie immer der Umgang damit. Ich finde es nur so schade, dass die Menschen sich immer weiter von ihrer und der sie umgebenden Natur entfernen. Vom Leben entfernen, von dem entfernen, was sie behütet und ernährt.

Für die Zukunft nehme ich mir also vor:

1. Noch weniger fernsehen und die Zeit für mich selbst, für Spirituelles nutzen.

2. Das Handy auch einfach mal zuhause lassen und im Laufe des nächsten Jahres seine Verwendung so zu reduzieren, dass ich es gar nicht mehr brauche und den Vertrag kündigen kann. Das ist Geldersparnis und Lebensqualitätzuwachs!

Ich freue mich auf den Tag.

Sie ist verrückt (3)

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Nachdem sie die Kinder nach Hause gebracht hat, befindet sie sich auf dem Heimweg und ist immer noch so glücklich über den Kinderbesuch, dass sie weiterhin Grimassen zieht, die Zunge raus streckt, die Augen verdreht, ihr Lieblingslied singt, dazu hüpft und tanzt, lacht, die Arme hochwirft, die Hände zu Fäusten ballt, springt und schließlich zu Hause ankommt.

Dort zieht sie von Neuem ihr weißes, durchsichtiges Kleid an und legt sich einen Kranz um, der aus Blumen besteht, und sie damit aussieht wie eine junge Elfe.

Dann setzt sie sich draußen auf das Treppengeländer, streckt die Zunge raus, lacht dabei und klatscht, so, als ob in dem Moment irgendwas Erfreuliches passiert wäre.

Plötzlich stellt sie sich auf das Geländer, groß wie eine Königin, die über alle herrscht, duckt den Kopf ein wenig, weil sie sich sonst mit dem Kopf an der Decke stoßen würde. Sie holt tief Luft, schaut dabei mutig drein, schüttelt ihren Kopf wild umher, hört wieder auf, grinst spitzbübisch, lächelt, lacht, lacht laut, lacht lauter und plötzlich – macht sie ein ernstes Gesicht, schaut nach vorne, lässt Arme und Kopf nach hinten fallen, schließt sanft die Augen, öffnet ein wenig den Mund und lässt sich langsam nach unten auf den Boden gleiten. Wie eine Fee sieht sie mit ihrem Blumenkranz aus, die langsam von den Wolken gleitet und auf die Erde hinab fällt. Genauso tut sie es: sie lässt sich langsam fallen und kommt mit Händen und Knien auf dem Boden auf, und so liegt sie dann da, auf dem Bauch, mit den Armen über den Hinterkopf, der ruhig auf der Seite liegt.

Sie macht ein ruhiges Gesicht. Die Augen hat sie geöffnet, doch sie schaut nirgendwo hin. Sie träumt. Sie liegt einfach nur still da, denkt nach und rührt sich nicht vom Fleck.

Sie schweigt. Sie dreht sich auf den Rücken und schaut hoch zum Himmel. Die Sonne ist verschwunden, es wird Abend. Tränen laufen über ihr Gesicht und sie kann es nicht zurückhalten. Sie verzieht den Mund und weint. Warum, weiß sie auch nicht genau. Sie weint. Ihre Tränen rollen in Richtung Ohren. Die Arme liegen ausgestreckt auf der Erde und ihr Mund ist feucht geworden. Dann hebt sie traurig die Arme hoch und streckt weinend die Hände aus, so, als ob sie flehend wartete, dass eine Hand kommt und ihr wieder aufhilft. Eine Hand für ihr ganzes Leben.

Nach einiger Zeit entdeckt sie neben ihr eine Blume, sie lächelt wieder, pflückt sie und ist wieder so überglücklich, dass sie aus vollem Herzen lächelt und den Duft der Blume genießt.

Sie springt auf, lacht, drückt die Blume sanft an sich und streichelt sie zärtlich, so, als ob sie nie geweint hätte. Denn die Blumen, das sind ihre Geschwister, die sie immer wieder aufheitern.

Sie krabbelt ins Haus und zieht ihr Nachthemd an. Dann deckt sie den Tisch für das Abendbrot, und wieder mit dem Geschirr, das eigentlich für Kinder ist.

Später schaut sie aus dem Fenster. Alles ist dunkel. Sie kann die Lichter unten im Dorf sehen. Alles durcheinander. Sie lächelt. Es sieht wunderschön aus. Ihre Augen strahlen, so, als ob sie es den Lichtern im Dorf nachmachen würde. Sie träumt.

Dann wird sie langsam müde, steht auf, zieht die Gardine zu und macht ihr kleines Bett, das Bett, das neben dem Esstisch steht und hellbraun ist.

Sie stellt sich davor, umarmt sich selbst und denkt an etwas Schönes. Sie schließt dabei die Augen, lächelt und dreht den Oberkörper hin und her. Dann hebt sie die Arme, lacht und zeigt Zähne und Zunge.

Sie steigt in ihr Bett und kuschelt sich warm ein. Sie kichert. Dann schließt sie die Augen und schläft ein. Sie träumt etwas Wunderbares, denn sie hat ein Lächeln auf ihren Lippen.

Nun schläft sie dort, wie eine glitzernde Porzellanpuppe in ihrem Holzbettchen:

Dicke Wangen, eine kleine Nase, lächelnde Lippen und träumende Augen. Man könnte meinen, sie sei das zarteste Wesen auf der ganzen Welt.

Jetzt schläft sie sanft bis zum nächsten Morgen und was sie dann tut, weiß niemand, denn sie ist unberechenbar. Verrückt ist sie. Sie ist verrückt.

Ende.

Sie ist verrückt (2)

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Sie kommt im Häuschen an, legt ihr durchsichtiges Kleid ab und zieht ein blaues, weiß-bepunktetes, kurzes, enges Kleid an. Dann nimmt sie eine rosane Haarbürste aus der Schublade, kämmt sich ihre langen Haare durch, holt eine blaue Schleife aus ihrer kleinen Schatulle und macht sich damit einen hohen Zopf, weil sie ins Dorf, das nicht weit entfernt ist, gehen muss. Wenn sie nämlich ins Dorf geht, macht sie sich immer besonders hübsch. Sie kramt aus einem hellvioletten Täschchen einen Lippenstift heraus und malt sich die Lippen rosa-rot an und lackiert sich ihre langen Fingernägel mit ihrem liebsten Nagellack.

Heute, da muss sie Zutaten für das Mittagessen besorgen, also hängt sie sich ihre größte und schönste Tasche um, schließt die feine Holztür ab und macht sich auf ins Dorf.

Im Dorf, da schauen ihr die Leute hinterher, denn sie läuft barfuß. Es ist sehr heiß, sie springt von einem Bein aufs andere, läuft wieder langsam, fängt wieder an zu hüpfen, summt dabei um sich her, lächelt und grüßt fröhlich alle Leute – auch die, die sie nicht kennt.

Die Menschen im Dorf lächeln, wenn sie sie sehen. Viele meinen, sie sei das schönste Mädchen im ganzen Dorf Auch die jungen Männer, die sie sehen, bewundern sie.

Von ihnen wurde sie schon zu vielen Dorffesten eingeladen, mit viel Musik und schönen Kleidern. Doch da geht sie nur hin, weil sie dort immer zu der Musik tanzen möchte.

Wenn sie dort vortanzt, bleiben viele Leute vor ihr stehen und schauen begeistert zu ihr auf die kleine Bühne hinauf, auf die sie sich immer zum Tanzen neben die Folklore-Musiker stellt.

Die Musiker, die auf den Festen für Musik sorgen, finden das sehr schön, denn ihre Kunst zu tanzen lockt viele Menschen zum Fest.

Manchmal wird sie sogar von den Fest-Veranstaltern persönlich eingeladen, um ihre Tanzküste vorzuführen.

Dann steigt sie auf die kleine Bühne, hebt zum Anfang den Arm, schaut sehr selbstbewusst drein, so wie es die professionellen Tänzer tun, wippt ein wenig mit dem Körper, holt sich Schwung, hebt das Bein und wieder runter, holt sich nochmal Schwung, dreht sich auf einem Bein und winkelt das andere an wie eine Ballerina, springt hoch, stellt sich auf Zehenspitzen, lässt die Arme zur Musik tanzen, dreht sich dabei im Kreis, stellt sich wieder in Position und fängt an, mit ihren Füßen einen ganz schnellen Schritt anzuwenden, so, dass die Leute nur noch darauf achten können, nichts mehr sagen vor Bewunderung und am Schluss begeistert klatschen. Dann stellt sie sich nach ganz vorne auf die Bühne, überkreuzt die Beine und verbeugt sich elegant, wie eine Ballerina vor ihrem Publikum, das immer noch klatscht. Schließlich klatscht sie mit, so, als ob man darauf wartete. Doch die Leute sind einfach nur begeistert von ihren gefühlvollen Bewegungen.

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Das Tanzen, das hat sie sich ganz allein beigebracht, sie wacht auf und denkt einfach nur ans Tanzen. Die ganzen Bewegungen, Drehungen, Sprünge und die richtige Haltung hat sie Jahr für Jahr hart gelernt. Aber gern, und so tanzt sie nun auf immer mehr Festen.

Sie zieht dazu meistens ihre hübschen Ballettschühchen an, doch manchmal kann es passieren, dass sie sie einfach vergisst und so tanzt sie dann auch gerne barfuß.

Doch heute im Dorf hat sie nicht ihre Schuhe vergessen, nein, sie läuft freiwillig barfuß und hüpft fröhlich weiter. Ihre Tasche hat sie so umgehängt, dass sie beim Hüpfen nicht runter fallen kann.

Doch dann tritt sie aus Versehen in eine Glasscherbe, quickt erschrocken laut auf, fasst sich an den Fuß und sieht, dass sie am Zeh blutet. Sie hüpft schnell auf einem Bein zum kleinen, naheliegenden Brunnen und hält den blutenden Zeh ins kalte Wasser.

Die vielen Leute, die um den Brunnen auf Bänken sitzen, beobachten sie dabei, denn der Brunnen steht an einem Platz, an dem die Leute des Dorfes sich ausruhen, ein Eis essen und ihre Kinder dort spielen lassen. Sie nennen den Platz: „Dorfpark“.

So sitzen auch heute, an so einem warmen Tag, viele Menschen im Park und sie sehen, wie sie plötzlich nicht nur den Zeh ins Wasser hält, sondern sich mit beiden Beinen ins Wasser, das ihr ungefähr bis zu den Knien reicht, stellt. Sie hält sich mit einer Hand an der hübschen alten Statue, die im Brunnen steht und einen großen Wassermann mit Vollbart und einem Dreizack in der Hand zeigt, fest. Dann schüttelt sie beide Füße nacheinander im Brunnen, so, dass ein wenig Wasser nach oben spritzt. Daraufhin lässt sie die Statue los, taucht langsam und vorsichtig mit einem ernsten Gesicht ihre Hände in den Brunnen und gießt sich das Wasser über ihren Kopf, so, dass Haare und Gesicht nass werden.

Das lockt die Dorfkinder an, die neben dem Brunnen spielen.

Erst schauen sie ihr nur kichernd und flüsternd zu, doch als sie sich samt Kleid ganz ins Wasser hineinsetzt, plantschen auch sie mit ihr vergnügt im Brunnen und die älteren Leute lachen. Dann taucht sie unter, so dass sie sich auf den Grund des Brunnens legt, wieder hochkommt und lacht. Die Kinder spritzen, lachen, hüpfen und klatschen mit ihr.

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Die Dorfkinder, ja, die kennen sie am besten von allen. Denn sie nimmt sie oft mit zu sich nach Hause, in das kleine Holzhäuschen und kocht Mittagessen für alle. Niemand hat etwas dagegen, denn zu ihr haben alle Vertrauen.

Genauso macht sie es heute. Als ihre Kleider von der Sonne wieder ein bißchen getrocknet sind, nimmt sie alle mit zum Markt, wo sie genug Zutaten für alle in ihre Tasche kriegt.

Zuhause, da helfen ihr alle Kinder, den Tisch zu decken und das Essen zuzubereiten. Dann holt sie einen weiteren Tisch, weil nicht alle Kinder an den kleinen, runden passen.

Während des Essens reden alle mit vollem Mund, schmatzen und schlürfen, was es zu schlürfen gibt. Bei ihr können sie das tun, denn sie tut es selber auch.

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Nach dem Abwasch hören sie hübsche Lieder, stellen sich in einem Kreis auf, fassen sich an den Händen, tanzen nach links, nach rechts, dann wieder nach links, kommen alle in die Mitte des Kreises und gehen wieder zurück.

Ein kleines Mädchen, das gerne tanzt, stellt sich in die Mitte des Kreises, tanzt ihren eigenen Tanz und am Ende klatschen alle fröhlich.

Es wird langsam spät und sie bringt die Kinder nach Hause. Auf dem Weg dorthin schneiden sie alle die lustigsten Grimassen.

Sie streckt die Zunge so weit raus wie sie nur kann und macht dabei große Augen. Die Kinder lachen, und sie fängt an, sich die Nase und ein Ohr langzuziehen und dabei zu schielen. Die ganz kleinen der Kinder glauben, sie sei auch ein Kind, genau wie sie.

„Sie ist verrückt“ (1)

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Sie ist verrückt

Sie lebt in einem kleinen Holzhäuschen

neben dem kleinen See

inmitten einer Blumenwiese

auf dem Lande.

In ihrem kleinen Holzhäuschen schläft sie in einem Bett, auf dem eine geblümte Bettwäsche liegt und es darunter himmlisch weich und warm ist. Das Bett selbst ist hellbraun und steht neben ihrem kleinen, runden Esstisch.

Doch als sie morgens aufsteht, setzt sie sich nicht an ihren Tisch und frühstückt, nein, zuerst stellt sie sich vor die Tür, vor die zwei breiten Stufen auf ihrer kleinen Veranda, schaut geradewegs auf das Blumenfeld hinaus und kneift dabei ihre Augen bis zu einem schmalen Schlitz zu, so, dass man denken könnte, sie wolle es gerade mit jemandem aufnehmen. Im selben Moment ballt sie bereit ihre kleinen, zarten Hände zu Fäusten. Gleichzeitig pustet sie einmal und zeigt ihre dicken Wangen. Dann breitet sie langsam die Arme weit aus, wie ein fliegender Vogel und läuft los, so schnell sie kann durch das Feld, dreht sich im Kreis, lacht zur Sonne hinauf, lässt sich fallen und von der frischen Morgenluft umhüllen.

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Das tut sie nicht jeden Morgen, doch wenn sie es tut, zieht sie – wie heute – meistens davor noch ihr schönstes Kleid an. Es ist weiß und durchsichtig. Doch das macht ihr nichts aus.

Als sie sich wieder ausgeruht hat, pflückt sie ein paar Blumen, die neben ihr wachsen und steckt sie sich ins Haar. Sie richtet sich wieder auf, schüttelt sich ein wenig, grinst dabei frech, läuft dann zurück zum Haus, hebt dabei ihre Arme und schüttelt lachend ihre Hände, so, als ob sie zittere.

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Im Häuschen deckt sie ihren runden Tisch mit Geschirr, das eigentlich für kleine Kinder ist. Dann setzt sie sich an den Tisch, kreuzt ihre beiden Füße übereinander und frühstückt.

Nach dem Essen spült sie das Geschirr und stellt alles wieder in die kleinen Schränke, die über ihrer Spüle hängen.

Doch mit dem Spülen ist es noch lange nicht getan, denn im Haushalt gibt es noch mehr zu tun:

sie klopft die Teppiche, wischt den Boden, putzt Staub und reinigt ihre süßen, kleinen Fenster. Dabei hört sie ein wenig Musik und singt mit – so laut, dass man es bis draußen hin hört.

Als sie fertig ist, wäscht sie sich nicht die Hände, nein, zuerst geht sie raus zum See, stellt sich auf einen Felsen und zieht sich ihr langes Kleid aus, so, dass sie gar nichts mehr anhat. Sie legt ihr Kleid neben sich hin, streckt ihre nackten Brüste aus, lässt den Kopf nach hinten fallen, und schaut mit ausgebreiteten Armen grinsend zur Sonne hinauf. Dann blickt sie geradeaus und bedeckt das Gesicht mit ihren Händen, so, dass sie nichts mehr sehen kann. Langsam knickt sie ein wenig ihre Knie ein und springt – laut jauchzend, wild schreiend und mit den Beinen strampelnd ins kühle Wasser, so, als hätte man sie hineingeschubst.

Als sie wieder hochkommt, lacht sie laut, plantscht, springt im Wasser umher, lässt sich nach hinten gleiten, taucht unter, schreit, lacht, jauchzt, haut die Hände aufs Wasser und schreit wieder, so, als ob noch tausend andere Menschen mit ihr im Wasser wären.

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Langsam krabbelt sie aus dem Wasser heraus, holt sich ihr Kleid vom Felsen herunter, zieht es wieder an, setzt sich im Schneidersitz mit dem Rücken an den Felsen angelehnt auf den Boden, schließt die Augen, legt die Arme mit der Handfläche nach oben auf die Schenkel, drückt sanft ihre Finger in die Handfläche und lässt nur Daumen und Zeigefinger gerade, so, dass sie sich berühren.

So sitzt sie dann einige Zeit da. Sie sagt nichts, lässt die Augen geschlossen und rührt sich auch nicht.

Langsam zählt sie: 1, 2, 3! Reißt dann auf einem Schlag die Augen auf, spreizt gleichzeitig die Finger so weit auseinander wie sie nur kann, und alles sieht so aus, als hätte sie etwas gehört und wäre vor Schreck plötzlich aufgewacht. Doch sie schaut nur geradeaus, nicht nach rechts, auch nicht nach links.

Aber dann kneift sie die Augen ganz weit zu, macht sie wieder auf und erhebt sich.

Sie geht ganz langsam, mit kleinen Schritten, nach unten blickend und mit den Armen nach hinten auf dem Rücken überkreuzt in ihr Häuschen zurück, so, als wäre an diesem Tag noch gar nichts geschehen. 

„Sie ist verrückt“

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Als ich 15 Jahre alt war, habe ich eine Kurzgeschichte (siehe Titel) geschrieben. In dieser geht es um eine Frau, die ganz eigen ist. Es gibt keine wirkliche spannende Handlung, sondern es wird vielmehr ein Tag von ihr beschrieben. All ihre Aktivitäten, die sie durch diesen Tag begleiten, werden dargestellt.

Als ich die Geschichte vor ein paar Monaten erstmals wieder hervor holte und las, bemerkte ich etwas Seltsames: Die Darstellung meines jetzigen Lebens. Es war, als hätte ich damals die Elemente meines zukünftigen Lebens schon erahnt und in Form eines Tagesablaufs zusammengefasst. Als hätte ich schon damals ganz genau gewusst, wer ich wirklich bin und was ich wirklich will. Diese innere Wahrheit konnte jedoch erst vor zwei Jahren zum Vorschein kommen. Umso mehr verleitet mich diese Erfahrung mal wieder zu der Überzeugung, dass die Seele allwissend ist und allem zeitlos gegenübersteht.

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Wie auch immer – ich möchte von nun an diese Geschichte in kleinen Teilen posten und mit euch teilen. In dem Sinne: …to be continued!

Stöckchen…

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So, ihr habt wahrscheinlich alle gedacht, ich bin tot, aber nein, ich bin einfach nur Referendariat. Anders kann man es wirklich nicht sagen.

Aber Gott sei Dank hat Athena sich mit dem Schicksal verbunden und mir einen Grund gegeben, mal wieder etwas zu schreiben. Und zwar wurde ich von ihr getaggt. Es geht um folgendes Fragespiel:

Regeln dieses Stöckchens sind folgende:

+ Beantworte die 11 Fragen, die der Tagger Dir gestellt hat.
+ Schreibe 11 Sachen über Dich.
+ Denk Dir selbst 11 Fragen aus, die Du den Bloggern Deiner Wahl stellen möchtest.
+ Suche Dir 11 Blogger aus, die unter 200 Follower haben und tagge sie.
+ Erzähle es den glücklichen Bloggern.
+ Zurück-Taggen ist nicht erlaubt.

1.) Wo siehst Du Dich selbst in fünf Jahren?
In fünf Jahren sehe ich mich in Detmold, als Lehrerin in einer Gesamtschule und nebenbei Spirituelle (oder vielleicht auch andersrum? wer weiß:)), in einem Haus auf dem Land, schön wäre es mit Tieren – ein paar Hühner, Kaninchen und der Kater ist ja sowieso schon da 😉 Auch einen Garten hätte ich gerne. Das Haus sollte alt sein und seine eigene Geschichte haben.

2.) Wie hast Du Deinen jetzigen / letzten Partner (Deine Partnerin) kennen gelernt?

Meinen letzten Partner habe ich in Paris in einer Latinobar im Viertel St.Michel kennengelernt. Er hat mich dort bedient und ich habe mich auf den ersten Blick verliebt. Wir waren fast 3 Jahre zusammen und es war und ist die große Liebe. Leider konnten wir nicht zusammenbleiben, aber lieben werden wir uns noch, bis ich alt und grau bin, in meinem kleinen Hexenhäuschen wohne und gefühlte 1000 Katzen um mich herumschwirren.

3.) Wie wichtig ist Dir Deine Familie und einen regelmäßigen Kontakt mit den einzelnen Verwandten zu pflegen?
Meine Familie ist mir persönlich nicht mehr so wichtig, weil sie mir viel in meinem Leben verbaut hat und mir Dinge angetan hat, mit denen ich jetzt noch zu kämpfen habe und die total unbegründet sind. Deshalb versuche ich, nur soviel Kontakt wie nötig zu meinen Eltern zu haben, da ich sie liebe.
4.) Welche Veränderung würde Dich aktuell in Deinem Leben am meisten aus der Bahn werfen?
Wenn ich wieder in alte Muster rutschen würde, von denen ich angenommen habe, sie überwunden zu haben.

5.) Bist Du eine typische Frau / ein typischer Mann (im Sinne von Klischees) – inwiefern?
Ja, allerdings eher „altbackene“ Klischees. Ich häkel und stricke im Lehrerzimmer und Zuhause. Ich koche sehr gerne und ich finde auch es auch wunderschön, einen Mann zu bekochen und zu bedienen (ich werde aber auch sehr gerne bekocht und bedient). Ich kann und möchte nichts  Handwerkliches machen und schiebe das auf den Mann ab. Ich bin sehr emotional und weine bei der Sendung „Vermisst“. Aber sonst gucke ich niemals RTL – ehrlich! Also fast nie…

6.) Wie schaut ein ganz normaler Tag unter der Woche bei Dir aus?
Ich stehe mit dem Weckerklingeln auf und mache mir einen Latte Macchiato und füttere den kleinen Figaro. Dann gehe ich mit dem Kaffee und Figaro wieder ins Bett. Ich setze mich aufrecht hin, die Tasse neben mir, Figaro auf meinem Schoß und dann trinke ich eine stundelang an diesem Kaffee rum und denke über alles Mögliche nach. Das mache ich schon seit Jahren so und das kriege ich auch irgendwie nicht raus. Dann fahre ich zur Schule, gehe ins Lehrerzimmer und sehe all meine lieben Kollegen, die mich in meinem Referendariat so gut unterstützen. Ich bereite evtl. noch Kopien für meine Unterrichtsstunde vor (in den Fächern Französisch und Spanisch), unterrichte dann oder hospitiere (sprich ich sitze nur mit im Unterricht und beobachte/denke an andere Dinge/schaue aus dem Fenster). In der Mittagszeit gehe ich mit meinen Referendarskollegen in die Schulmensa essen. Das Schöne ist, dass sie meine Spiritualität (ich zeige es immer nur in geringen Portionen) voll akzeptieren und mich so mögen, wie ich bin ;-).Dann habe ich evtl noch am Nachmittag Unterricht oder ich fahre nach Hause. Dort versuche ich dann erstmal, mir Zeit für mich zu nehmen, indem ich Yoga mache, ein Bad nehme, tanze oder koche – was auch immer! Danach geht es an die Stundenvorbereitung, die eigentlich auch Spaß macht (kommt immer auf das Thema an). Ich gehe dann schon sehr früh ins Bett, so um neun, wenn ich nicht noch mit meiner Mitbewohnerin in der Küche auf ein oder mehrere Gläser Rotwein versacke…;-) Im Bett lese ich meist noch. Vor dem Lichtausmachen rieche ich nochmal an meinem Lavendelkissen, damit die Gedanken ruhiger werden und falle dann in einen durchgehenden Schlaf.
7.) Welches ist Dein Lieblingsbuch (wenn Du Dich für eins entscheiden müßtest) und was gefällt Dir daran so gut?
Ich mag Bücher, die mich weiterbringen, bin immer auf dem Weg der Selbstanalyse und sollte vielleicht lieber mal bei einem schönen Roman abschalten. „Schicksal als Chance“ von Thorwald Dethlefsen steht ganz oben auf der Skala, einfach aus dem Grund, weil es mich mit ca. 23 Jahren zum ersten Mal aus meiner platonischen Höhle geholt hat. Als ich das sah, was ich sah, wusste ich, dass die Welt auch ganz anders sein könnte, als es mir beigebracht wurde. An der Stelle fing mein eigentlicher esoterischer Weg an.
8.) Welche Rolle spielen unsere tierischen Freunde in Deinem Leben?

Tiere sind sehr wichtig in meinem Leben, weil ich denke, dass sie mehr Wissen haben als wir Menschen. Sie bedienen sich in ganz selbstverständlicher Weise an der Natur und ihren Gaben und geben dieser auch wieder etwas zurück.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich, seitdem ich meinen Kater Figaro habe, einen Einblick in die kollektive Tierseele bekommen habe und seitdem auf jedes Tier ganz anders reagiere als vorher. Vorher war es für mich etwas Unbekanntes, womit ich nicht umzugehen wusste, aber seit Figaro bin ich mit dem Prinzip „Tier“ vertraut und kann auch mehr in sie hineinfühlen.

Des weiteren habe ich eine besondere Verbindung zu Raben. Ich habe mal bei HexeClaire gelesen, dass dies mit der Krähengöttin zusammenhängt. Ich kann in keinster Weise erklären, warum Raben mir so auffallen. Sie faszinieren mich und ich halte immer kurz inne, ganz automatisch, wenn ich sie sehe. Ich denke, das hängt vielleicht damit zusammen, dass ich so ein Schattenmensch bin und Raben ja die Unterwelt repräsentieren, wenn ich mich nicht irre. Schattenmensch also in dem Sinne, als dass ich, wie schon erwähnt, einen starken Bezug zu meinem Unbewussten, meinem Schatten habe und ständig mit ihm in Kommunikation treten möchte. Wie bei Athena ist auch für mich der Begriff „Selbstfindung“ von großer Bedeutung.

9.) Was hat Dich heute zum Lachen gebracht?

Meine abstrusen Gedanken.

10.) Wie eng ist Dein Bezug zur Natur und zum Jahreskreis(lauf)?

Mein Bezug zur Natur und zum Jahreskreis ist in der Entwicklung. Ich bin schon seit Längerem dabei, mehr über Mondphasen, Naturrhythmus – besonders aus der Perspektive der Frau – zu lernen. Ich suche je denn mehr die Natur auf und möchte ein Gespür für diese entwickeln, auch was Deutung anbelangt. Beim Durchstreifen der Natur bekommt man vielmehr von der aktuellen Energie mit und kann die Ist-Situation vielleicht so besser akzeptieren. Die große Antwort auf alle Fragen ist und bleibt für mich die Akzeptanz. Und Akzeptant zu lernen, ist das vielleicht Schwierigste für den Menschen. Fällt mir auch immer noch schwer.

11.) Hast Du einen Lieblinsspruch, ein Motto oder Zitat auf Lager, das Du gern mit uns teilen würdest?

Mehrere:

„Wenn es so etwas wie Genie gibt, dann bin ich eins. Und wenn nicht, ist es mir auch egal.“ (John Lennon)

„Manchmal ist ein intelligenter Mensch gezwungen, sich zu betrinken, um seine Zeit mit Narren zu verbringen.“ (Hemmingway)

„Wer nicht in diese Welt zu passen scheint, ist auf dem bestem Weg, sich selbst zu finden.“ (Hesse)

„Willst du dich am Ganzen erquicken, so musst du das Ganze im Kleinsten erbicken.“ (Goethe)

11 Dinge über mich:

1. Ich bin Skorpion durch und durch.

2. Ich kaufe im Supermarkt nur Bioware und bin absolut nicht in der Lage, etwas zu essen zu kaufen, was nicht Bio ist. Es geht nicht.

3. Ich gehe gerne gut essen und bin bereit, viel Geld auszugeben und es mir gut gehen zu lassen.

4. Mein Kater Figaro ist mein Freund, Kind, Ehemann und kleiner Drecksack.

5. Ich bin ein sehr nachdenklicher und sensibler Typ, auch wenn man es von mir nicht annehmen würde. War ich schon als Kind.

6. Die Kluft zwischen dem, wie ich nach Außen hin bin und dem, wie ich innerlich bin, ist sehr groß, hab ich mir sagen lassen.

7. Wenn ich mich klein und hilflos fühle, denke ich an Pippi Langstrumpf und singe, summe oder pfeife ihr Lied.

8. Wenn ich richtig (also richtig) sauer bin, schmeiße ich Stühle um oder werfe den Gegenstand, den ich grad zur Hand habe. Keine Sorge, meistens bin ich dabei allein.

9. Ich habe schon mehrere Figaro-Lieder kreiert und überlege ernsthaft, sie für mich auf CD aufzunehmen.

10. Meine Hobbies sind Tanzen, Singen, Stricken, Häkeln, Wandern, Yoga…etc…

11. Ich weiß noch nicht wirklich, was meine wahre Berufung in diesem Leben ist.

Und hier kommen meine 11 Fragen:

1. Wenn du dir ein Leben aussuchen könntest, in welcher Zeit, wie und wo würdest du leben wollen?

2. Wenn du jetzt drei Wünsche hättest – was würdest du dir wünschen?

3. Was hasst du am meisten an dir?

4. Was liebst du am meisten an dir?

5. Wo siehst du dich in 10 Jahren?

6. Wie wichtig ist dir Spiritualität?

7. Siehst du das Glas halb leer oder halb voll?

8. Wenn du Zeit und Geld en masse hättest – wie sähe dein Traumurlaub aus?

9. Wenn du Zeit und Geld en masse hättest – was würdest du mit deinem Leben anfangen?

10. Was sind deine Lieblingstiere?

11. Inwiefern findest du dich in deinem Sternzeichen wieder?

Ich tagge wiederum:

Lilamina, Pfeffernusshexe, Nymphenkuss, Beltanes Blog, Naschhexe, Diandras Geschichtenquelle, Nicky, Liath und da verließen sie mich, weil ich noch neu bin… hoffe auf Verständnis!