Bewusstes oder unbewusstes Leben?

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Ich komme grad von der pädagogischen Woche. Dort machte ich folgende Erfahrung: Am Montag meldete ich mich zum Tisch eindecken und habe dies mit ein paar anderen Mitreferendarinnen gemacht. Beim Reinkommen in die Kantine sagte eine von uns: „Oh, das riecht schon so, als würde ich das nicht mögen.“ Ich dachte mir erstmal nichts dabei. Beim Tische eindecken sagte dieselbe Person: „Die Tische hier sind auch nicht richtig abgeputzt.“ Ich fange an, leicht die Augen zu verdrehen. Beim Essen schließlich sitzt sie mir gegenüber und sagt: „Bah, hätte ich gewusst, dass das eingelegte Möhren sind, hätte ich sie nicht genommen.“ Ich sage: „Dann lass sie doch einfach stehen, wenn du sie nicht magst“ (es war eine kleine Beilagenportion auf ihrem Teller). „Nee, also Essen wegschemeißen finde ich ja auch blöd.“

Dies war eine kleine Geschichte, die ich dort erlebt habe. Ich habe noch am Tisch beschlossen, diese Person die ganze Woche über zu meiden, da sie sich selbst und ergo auch alle anderen energetisch runterzieht. Ich brauche wahrscheinlich nicht zu erwähnen, dass diese Kollegin sich die ganze Woche über 2-3 Teller von dem „schlechten“ Essen nahm, und das dreimal am Tag.

Warum poste ich das? Ich poste das, weil es so verdammt viele Menschen gibt, die sich ständig lamentieren und dies zu einer Art Leistungssport machen. Als Gegenüber denkt man, diese Person möchte eine Lösung für ihre Probleme, aber man merkt relativ schnell, dass egal, wie du ihr weiterhelfen willst, immer Antworten kommen wie:

„Nee, das is nich so meins“ oder

„Hab ich schon versucht, das klappt einfach nicht“

„Da hab ich keine Zeit“ 

„Nee das macht die dumme Freundin von meinem Ex – das mach ich nich“

Das waren jetzt nur Beispiele, aber es kommen die abstrusesten Begründungen, warum man sich zum Beispiel nicht mehr Zeit für sich nehmen kann oder wofür auch immer, und dann wird direkt wieder in den „Beschwermodus“ übergegangen… dann beschweren sie sich weiter, was die anderen noch alles falsch gemacht haben, und dass sie das ja unmöglich finden und rein gar nichts dagegen tun können. Und man selbst als Freundin begreift, dass die Lamentierende höchst unbewusst lebt und sich von runterziehenden Emotionen mitreißen lässt, weil der Opferstatus ihr so gut gefällt. Mir bricht das immer das Herz, wenn ich sehen muss, wie Menschen sich vom Handeln anderer abhängig machen und ihre Gefühle davon leiten lassen und sich somit auf ein ganz niedriges Energielevel bringen. Nach dem Resonanzgesetz werden diese Menschen leider auch nur Dinge in ihrem Leben anziehen, die diesem „Niedrigen“ entsprechen. Sie werden weiterhin doofe Erfahrungen machen und sich weiterhin lamentieren. 

Und ich schreibe nicht von einem hohen Ross über diese Menschen, sondern empfinde soviel Mitgefühl, weil ich selbst jahrelang höchst unbewusst gelebt habe und weiß, wie anstrengend das ist! Ich habe jetzt den Vergleich und habe gemerkt, wie schwer ich mein Leben gemacht habe – bis mich in einer glückvollen Stunde ein Gedanke packte, den ich nicht wie immer verdrängt habe, sondern ihn das erste Mal zugelassen habe, obwohl es sehr weh tat. Ich arbeitete mutig weiter mit dieser Erkenntnis (das ist jetzt etwa anderthalbe Jahre her) und mein Leben ist jetzt so bewusst, bunt und gaaaanz anders als früher. 

Ich bedanke mich bei den Gottheiten (weiß jemand, welche Gottheit einem Geistesblitze und Erkenntnisse schenkt?)

und freue mich über eure Gedanken und Anregungen zu dem Thema!Bild

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  1. Ja was du da beschreibst kenne ich gut, manchmal leider auch von mir selbst. Vielleicht nervt es mich deshalb bei anderen so sehr, weil ich dann auch wieder ins „Loch“ rutsche und beginne mich über alles und jeden zu beschweren. Zu leben bedeutet auch immer an sich zu arbeiten. Wer weiss, vielleicht lernt es die von dir beschriebene Person ja auch noch… 😉

    Liebe Grüsse
    Nicky

  2. Hallo Nicky,
    danke für deinen Kommentar! ja, das beobachte ich auch an mir selbst, aber das Schöne ist, dass ich es jetzt „bewusst“ beobachte und mir andere, positive Gedanken zu machen… die Karte des Herrschers hat mich letztens auch wieder daran erinnert, dass ich allein über mich herrsche und ich deshalb selbst entscheiden kann, was ich leben will und was nicht – und das fängt bei den Gedanken ja an!
    Aber dass man mal alles doof findet und auch Dinge sucht, die einem nicht passen, ist denk ich auch ganz menschlich und man sollte sich deshalb nicht verteufeln. Das Maß ist halt immer wichtig, was man auch am Tarot wieder sehen kann: was im Rider Tarot „Die Mäßigkeit“ ist, heißt bei Crowley „Die Kunst“ und beide Karten sagen dasselbe aus… glaub jedenfalls, dass das so war mit den beiden Karten…

  3. Hier auch einige Gedanke von mir zu dem Thema:
    Ich habe selbst oft erst einmal negative Gedanken zu bestimmten Vorkommnissen, habe jedoch gelernt diese negativen Gedanken zu bemerken und schaffe es inzwischen schnell Alternativgedanken zu finden. Meine Laune bessert sich dadurch sichtbar schnell… Hier zwei kleine Beispiele der nahen Vergangenheit:
    – Der Kaffee auf der Arbeit ist nicht gekocht worden, obwohl grad Pause ist. Viele Kollegen beschweren sich sofort ´´Oh nein, eine Pause ohne Kaffee`, oder ´´Scheiße, wir haben doch nur die wenigen Min. Pause und bekommen noch nicht einmal einen Kaffee´´. Auch mein erster Gedanke gleicht diesen; jedoch wandelte ich diesen in einen positiven Gedanken ´´Unser Magen wird es uns danken, wenn wir mal keinen Koffein zu uns nehmen´´ und lache dabei. Und schon ist alles wieder gut:-)
    Das zweite Beispiel: Ich fahre zum See und da ich den Weg noch nicht auswendig kenne, benutze ich mein Navi. Auf dem Hinweg brauche ich total lange und der Navi führt mich durch viele, kleine Gassen und Umwegen. Auf dem Rückweg benötige ich bestimmt ne viertel Stunde weniger und mein erster Gedanke ist ´´Mein scheiß Navi hat mich auf dem Hinweg schon wieder total falsch geführt´´ und ärgere mich darüber, bis mir der Alternativgedanke kommt ´´Aber das ist eigentlich total schön, da ich grüne Orte gesehen habe, die ich bisher nicht kannte´´ und schon bin ich wieder fröhlich…
    Die Gedanken bestimmen unsere Gefühle und es macht mir inzwischen echt Spaß mir zu negativen Gedanken Alternativgedanken zu suchen und zu beobachten, was das mit meiner Stimmung macht und vor allen Dingen, wie ich dadurch mit meinen Mitmenschen umgehe und sie damit anstecke… Die Voraussetzung ist natürlich, dass man erkennt, dass man negativ denkt und es sich bewusst macht. Und es klappt erst einmal auch nur mit kleinen Dingen im Alltag. Aber Kleinvieh macht auch Mist, mit viel Übung lernt man sicherlich irgendwann auch, mit größeren Schwierigkeiten des Lebens zurechtzukommen, da man gelernt hat, vieles anders zu bewerten…

  4. Hallo Lila Blume,
    danke für deinen schönen Beitrag – die zwei Beispiele gefielen mir gut… Es sind zwar nur Alltagsgeschichten, aber wenn wir mal ehrlich sind, dann bestimmt unser Alltag unsere Gedanken und Gefühle und deshalb sind diese Kleinigkeiten umso wichtiger, eine positive Grundstimmung durch bewusstes Leben aufzubauen.

  5. Ich kenne diese Situationen auch zu gut – sowohl, dass man sich mal hängen lässt und in einer negativen Meckerlaune ist, die keinem was bringt, als auch das Mitgefühl für Personen, die sich so verhalten. Inzwischen ist mein Mantra: „Alles ist gut und wenn es noch nicht gut ist, dann wird es bald wieder gut.“ Ich konzentriere mich auf das Positive im Leben, ändere die Dinge, die mich stören und finde mich (irgendwann) mit denen ab, die ich nicht ändern kann. Es ist wichtig, eine lebensbejahende Grundhaltung zu haben, um glücklich zu sein. Menschen, die immer auf das Negative fokussieren tun mir leid – aber ich bringe auch nicht mehr die Kraft auf, sie lange zu ertragen.

    LG
    Liath

  6. @Liath: Genau das tue ich auch, ich merke momentan recht gut, was mir nicht gut tut und versuche mich davon zu trennen. Menschen, die immer auf das Negative fokussieren, muss man auch nicht ertragen – denn ganz ehrlich, alles schlecht zu machen bringt einen konkret auch nicht weiter. Es hilft einfach nichts und hat überhaupt keinen Sinn.

  7. Natürlich ist es im Leben kaum möglich immer alles Friede-Freude-Eierkuchen-mäßig durch die rosarote Brille zu betrachten, ganz klar. Aber ich weiß genau von welchem Schlag „permanent nörgelnder“ Menschen Du sprichst. Denen kann man es nie recht machen und eigentlich wollen sie das auch gar nicht, denn zunächst mal sind sie vermutlich schon mit sich selbst nicht zufrieden. Ich will mir da aber auch gar kein Urteil erlauben, ist sicher Fall-abhängig 😉
    Wenn ich solche Tendenzen an mir selber bemerke (wobei ich das eher als dankbar, anstatt bewußt bezeichnen würde) erlaube ich mir entweder mit einem Augenzwinkern die Nörgelei, oder ich freue mich eben über was anderes.
    Und zu den Gottheiten: Ich denke jede/r kann Dir solche Geistesblitze und Eingebungen vermitteln, kommt drauf an wer gerade in Deinem Umfeld unterwegs ist =)

    • @Athena: Ja, ich denke auch, dass es nur menschlich ist, mal alles doof zu finden. Das sollte man auch richtig leben und nicht verdrängen, vielleicht sogar „genießen“ in einem bestimmten Sinne… Danke für deine Antwort zu den Gottheiten – jetzt wo du’s sagst, ist es ja eigentlich sonnenklar 😉 Wahrscheinlich kommt es auch noch ein wenig darauf an, in welchem „Prinzip“ dir ein Geistesblitz kommt.

  8. Liebe Hexesofia,

    dass kenne ich auch sehr gut. Und oft habe ich mich da hinein verwickeln lassen.

    Inzwischen ḿerke ich, wie es mich seltener tangiert. Je nach Tagesform merke ich sehr schnell, wenn ich mich auf meiner Helfer (Retter-) Ebene angesprochen fühle und versuche dann erst einmal bei mir zu bleiben. Dann kann ich lauschen: Sucht jemand wirklich Rat, will sich verändern oder geht es nur um die Außenbestätigung der eigenen Wahrnehmung. Oder aber, meint jemand, er könne durch ein Außen gerettet werden. Wer Rat sucht, bekommt natürlich Antwort, wenn ich denn eine weiß oder ahne und dafür Worte finde. Und bei allen anderen hoffe ich, dass mir jedesmal rechtzeitig der gute Rat eines ehemaligen Kollegen einfällt, der mir schon oft weitergeholfen hat:
    „Jeder agiert in jeder Situation immer so, wie er es gerade am besten kann oder meint, es am besten zu können. Wenn jemand so „blöd“ macht, dann wohl, weil er es gerade nicht anders kann.“ Das hat mich inzwischen schon oft davor bewahrt, mich von Aktionen/Reaktionen meiner Mitmenschen „runter ziehen“ zu lassen.

    Liebe Grüße
    Nula

    • Liebe Nula,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! An dem Rat deines Exkollegen ist echt was dran und das muss man sich in solchen Momenten wirklich vor Augen führen, damit das eigene Esprit sich wieder öffnen kann…sehr gut, danke!!!

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