Liebesgeschichte zwischen Gaia und mir

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Liebesgeschichte zwischen Gaia und mir

Was habe ich in letzter Zeit so gemacht? Das Leben hat mich Entdeckungen machen lassen, von denen ich nie gedacht hätte, das sie mir so eine Freude bereiten könnten.

Ich weiß nicht, ob ihr euch das vorstellen könnt, aber das Gefühl, wenn eine Pflanze, die man lange gesucht hat, zu einem kommt, ist Wahnsinn.

Ich weiß noch, alles fing an mit dem Frauenmantel vor zwei Jahren. Ich erinnere mich, wie ich gelesen hatte, dass Frauenmantel gegen Menstruationsschmerzen helfen soll, und – wie der Name schon sagt – ein prädestiniertes Heilmittel für Frauen ist. Er kam direkt zu mir, er wuchs in meinem Garten und sogar auf meinem Schuppen. Seitdem erfreue ich mich jedes Mal an ihm und seinen feinen silbrigen, wässrigen Perlchen, die übrigens nicht vom Regen stammen, sondern aus der Pflanze selbst, was über Nacht geschieht. Früher glaubte man, mit diesen Perlen den Stein der Weisen herstellen zu können. Und wer weiß…:-) Übrigens: Die Pflanzen und Kräuter, die in deinem eigenen Garten und um dein Haus herum von alleine wachsen, zeigen dir an, was du brauchst. Es lohnt sich immer, sich über die Eigenschaften der nahwachsenden Pflanzen zu erkundigen.

 

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Danach ging alles ganz schnell, weitere Pflanzen und Kräuter fanden den Weg in mein Leben: die Kamille (die ja auch echt ÜBERALL wächst), die Brennnessel (nach einem Tee aus frischen Blättern musste ich feststellen, dass Brennnessel wohl sehr harntreibend wirkt), Löwenzahn (sehr gesund wegen der Bitterstoffe!!), Gundermann (wenn man ihn bei sich trägt, erkennt man übrigens jede Hexe, hihi) und viele andere.

Schöne Entdeckungen waren dabei auch die Schafgarbe und das Gänsefingerkraut. Gänsefingerkraut ist übrigens das Mittel schlechthin, um Menstruationskrämpfe zu mildern. Nachdem ich dies rausgefunden und mir das getrocknete Kraut in der Apotheke geholt hatte, sah ich mir die Pflanze immer und immer wieder im Internet an und suchte sie draußen vergebens. Ich verwechselte sie immer wieder und war dann wieder enttäuscht, dass ich sie doch nicht gefunden hatte. Aber ich konnte sie auch gar nicht finden, denn ich musste erst Juni abwarten – und da entdeckte ich sie plötzlich überall! Ein tolles Gefühl und man traut seinen Augen nicht, wenn man dann nach langem Suchen endlich auf so eine Pflanze stößt. Es sind Gefühle, wie man sie als Kind empfunden hat. Danke!

Das Gänsefingerkraut

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Die Schafgarbe war da schon aufdringlicher letztes Jahr. Sie lächelte mich quasi von jedem Wegesrand an, winkte mir von Feldern zu und manifestierte sich schließlich noch in Kräuterbüchern, die mir sagten, dass auch sie gut sei gegen Frauenleiden. Am Anfang war es schwierig für mich, sie beispielsweise von Schierling zu unterscheiden (ich weiß, das mag euch komisch vorkommen, aber ich hatte wirklich bis dato GAR KEINE AHNUNG von Pflanzen und Kräutern, die wild wachsen), aber mittlerweile sind wir ganz dicke miteinander.

Die Schafgarbe

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Seitdem ich nun ein wenig bewandert bin in der Naturheilkunde, hängen Kamille, Schafgarbe, Gänsefingerkraut, Brennnessel, Mädesüß (gut gegen Kopfschmerzen), Melisse, Pfefferminze – um ein paar zu nennen, in meiner Küche oder im Flur kopfüber zum Trocknen. Dann fülle ich sie in Gläser und habe über den Winter dann die für mich wichtigen Heilkräuter, das ist ja immer sehr individuell.

Jetzt bin ich gerade dabei, zu erkunden, welche Wildkräuter man essen kann und wie man sie zubereiten kann. Beispielsweise habe ich ein köstliches Bärlauchpesto gemacht, da ich zufällig auf ein Bärlauchfeld gestoßen bin.

Ich entdecke auch immer mehr Pflanzen, die ich langsam bestimmen lerne: Beinwell, Nachtkerze, Wilde Möhre, Huflattich, Spitzwegerich, dessen Knospen eine Delikatesse sein sollen. Habe ich aber noch nicht probiert:-) Man soll sie braten, dann sollen sie sehr lecker sein. Es ist allgemein besser, Wildpflanzen zu sich zu nehmen, da in ihnen noch für den Menschen wichtige Bitterstoffe enthalten sind, die in unserem kultivierten Gemüse raus gezüchtet worden sind. Letztere schmecken vielleicht angenehmer und milder, sind aber allemal nicht so gesund wie ein Blatt des Löwenzahns zum Beispiel oder Giersch, der überall wächst und vergleichbar mir Spinat ist, allerdings halt einfach viel gesünder.

Die Früchte, die der Sommer mir schenkt, entdecke ich frühzeitig (zum Beispiel beim Joggen, Fahrrad fahren oder spazieren) und kehre dann immer wieder an diese Stellen zurück, um zu sehen, wie weit die Früchte sind und wann ich sie ernten könnte. Es ist ein tolles Gefühl, keine Johannisbeeren, keine Himbeeren, keine Brombeeren, keine Pflaumen, keine Äpfel, keine Kirschen, keine Birnen im Supermarkt kaufen zu müssen, weil Mutter Natur, Gaia, mir sie schon geschenkt hat. Vielen, vielen Dank.

Früchte des Sommers

Beeren

Wie ihr seht, bin ich auf Entdeckungsreise, was Wildpflanzen, Beeren und Kräuter anbelangt. Ich wollte euch davon berichten, vielleicht habt ihr ja auch den einen oder anderen Tipp oder Gedanken, den ihr beisteuern wollt:-) Ich möchte momentan alles in mich aufsaugen darüber, denn ich weiß, die Liebesgeschichte zwischen Gaia und mir wird niemals mehr aufhören:-)

Gaia (ich mache gerade das Foto, deshalb sieht man mich nicht)

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Persönliche Umfrage: Bitte teilt mir eure Ideen mit!

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Hallo du!

Zuerst einmal wünsche ich dir eine gesegnete Beltanezeit!

Bitte stell dir einmal vor, du liest eine Art „Frauenratgeber“ –  für die Frau von heute – welche Themen würdest du darin finden wollen?

Was wäre dir wichtig?

Gibt es irgendwelche Dinge, wo du Unsicherheiten aufgebaut hast oder die du schon immer unfair fandest?

Was wäre dein persönliches Anliegen zum Thema Weiblichkeit?

Was würdest du an den Frauen von heutzutage „verändern“ wollen?

Was magst du an Frauen/was magst du nicht an Frauen?

Passt die Frau in diese Gesellschaft? Kann unsere Gesellschaft weibliche Bedürfnisse auffangen?

Ich kann gar nicht genug Fragen finden, bitte schreib mir einfach all deine Ideen zum Thema!

Und ja, das ist mein neues Projekt und ich werde euch diesbezüglich auf dem Laufenden halten:-)

Wenn dir etwas einfällt, was du beitragen kannst,

BITTE SCHREIB ES UNTEN IN DIE KOMMENTARE

ODER

EINFACH MIR PERSÖNLICH UNTER

hexe.sofia@web.de

 

VIELEN LIEBEN DANK IM VORAUS AN ALLE!

Eure Hexesofia

Mein Leben

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Mein Leben

Wir haben abnehmenden Mond im Skorpion. Eine Zeit, die uns tiefer gehen lässt mit unseren Wurzeln, uns hinter Vorhänge schauen lässt, die wir lange nicht infrage gestellt haben. Imbolc steht nicht mehr vor der Tür, sondern ist schon da in seiner vollsten Pracht. Eine gute Zeit, um Ideen keimen zu lassen und schwanger zu gehen mit neuen Impulsen und Energien.

Mein Leben ist irgendwie in Aufruhr. Es hat sich soviel verändert in den letzten zwei Jahren. Ich habe mich anscheinend wieder einmal auf einen neuen Weg gemacht und jetzt bin ich mir nicht sicher, welche Abzweigungen ich nehmen will. Brighid, die keltische Lichtgöttin der weiblichen Schöpfungskraft repräsentiert die göttliche Energie des Imbolcfestes – eine gute Zeit für die Geburt von neuen Lebensideen.

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Meine Lebensideen drehen sich momentan um meine „Berufung“ oder „Beruf“, kommt drauf an, wie man es sehen möchte. Und genau an diesem Punkt bin ich gerade.

Ich habe diesen festen Job angenommen – Moment, habe ich ihn angenommen oder bin ich einfach nur den Weg gegangen, den alle gehen? Bin ich zum Vorstellungsgespräch gegangen, weil dieser Job für mich ALLES bedeutet oder weil es meine nächste Aufgabe war, die mir von meinem Umfeld so vorherbestimmt wurde? Was will ich eigentlich im Leben? Wie möchte ich leben? Wer bin ich in Wirklichkeit?

Dann ist mein Freund noch in mein Leben getreten und wirft all diese Fragen noch einmal von einer anderen Seite auf. Ich bin so dankbar, dass er da ist und er lässt mich auf eine Art so ankommen in mir. Er unterstützt mich und schenkt mir seine Liebe. Aber so verrückt es sich anhören mag – auch daran muss ich mich noch gewöhnen. Das Gute daran ist, dass ich es deshalb in vollen Zügen genießen kann, auch wenn ab und an das kleine Mädchen in mir Ängste hat, dieses Glück wieder zu verlieren. Dass sich das alles als erneute Illusion herausstellt und ich letztendlich wieder alleine bin.

Mein Leben ist im Umbruch, ändert das Programm, erschafft neue Lichter. Und obwohl alles in Ordnung zu sein scheint, bin ich momentan völlig orientierungslos. Ich stelle meine Berufung immer wieder infrage und baue mental andere Lebenskonzepte auf.

Wie toll ich beispielsweise die Menschen finde, die auf Märkten ihre Sachen verkaufen. Und Frauen, die spirituell, schamanisch oder magisch arbeiten und sich dabei selbst organisieren dürfen. Ich liebe Selbstorganisation.

Mir wird gerade klar, dass ich mein Ding machen muss. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber ich möchte ab nun an darauf hin arbeiten. Ich möchte meine eigene Herrin sein. Ich möchte gerne alleine arbeiten, und dabei etwas für andere tun. Etwas ganz Besonderes tun. Etwas ganz Eigenes zu machen, eigen zu sein – das ist mein Lebenssinn, daraus entsteht in mir Harmonie. Dann bin ich im Einklang mit allem.

Brigid

Ein gesegnetes Imbolc euch allen.

 

 

2016, Mutter Maria und mein sizilianischer Onkel

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Heute, das Fest der Hl. drei Könige, der Percht, der Befana… die letzteren zwei gefallen mir ehrlich gesagt besser – wisst ihr eigentlich, wie mir das Christentum auf die Eierstöcke geht? Es gibt immer nur Männer. Gott ist ein alter Mann oben im Himmel. An Weihnachten wird Jesus geboren und es kommt der Weihnachtsmann, der Nikolaus und Knecht Ruprecht. Am 6. Januar kommen dann nochmal drei Männer, die einem was an die Tür schreiben. An Ostern dann geht es wieder um Jesus. Er wird ans Kreuz geschlagen und steht dann wieder auf. Gut, dass der Osterhase aus dem Heidentum sowieso schon männlich war!

Und die einzige Frau, die im Christentum was zu sagen hat, ist Maria. Naja, was heißt „was zu sagen“ – sprechen tut sie ja nicht – das übernimmt ja ihr Sohnemann. Ich jedenfalls habe noch nie großartige Zitate von Mutter Maria gehört. Sie müssen jedenfalls viel seltener sein. Eigentlich wirkt sie auf mich wie ein stummes Bildnis der perfekten Frau. Für mich ist sie nicht lebendig. Sie bewegt sich nicht, sie ist einfach nur da – entweder mit gefalteten Händen oder mit dem Jesuskind im Arm. Aber es gibt überhaupt keine Andeutungen darauf, dass sie Gedanken hatte, dass in ihr etwas steckte, dass sie sich bewegt hat. Sie ist einfach nur eine leere, weibliche Hülle, eine Art „zufrieden stellende Dekoration“ für den Mann. Sie sagt nichts und sie hat auch keine Sexualität. Sie ist Jungfrau. Sie ist eine von Männern gemachte, dahin vegetierende Frau, die ihrer Stimme und eigenem Willen beraubt wurde. Manchmal liegen ihr noch die Schlangen Hekates zu Füßen und oft gibt es Marienstatuen an für Hekate typischen Kreuzungen mir drei Wegen, aber vergleichen kann man sie mit dieser überhaupt nicht mehr. Diese Frau tut mir ehrlich gesagt einfach nur leid.

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Und ich verstehe auch nicht, dass viele sagen, dass Maria die heidnische Göttin ersetzt. Die heidnischen Göttinnen sind lebendig, sie haben Charakterzüge und auch „Fehler“ (wenn man so will) oder sagen wir eher „unangenehme, aber weise Eigenschaften“. Hekate beispielsweise sagt dir, was Sache ist und hat eine starke, eigene Präsenz. Maria ist vielleicht aus dem Göttinnenkult entstanden, aber sie ist keine von ihnen – Maria ist eine von Männern gemachte Frau – sozusagen wirklich aus einer männlichen Rippe! Maria hat mit Weiblichkeit meinem Empfinden nach gar nichts zu tun.

Darstellungen der alten Göttinnen zeigen mehr Tiefe, mehr weibliche Weisheit, mehr Verbundenheit – einfach mehr Eigendynamik und Unabhängigkeit, wie diese Darstellung der Hekate, die mir besonders gut gefällt:

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Maria stellt das erwünschte Frauenbild und -verhalten verkopfter und frauenfürchtender Männer dar. Das Christentum baut auf einer Welt auf, in der Männer die Macht haben und die Frauen als Mütter und hübsche, stille (!) Dekoration daneben stehen. Sie können auch arbeiten gehen, ja ok, aber wenn Frauen nicht so aussehen, wie es erwünscht wird, wird sofort über sie hergezogen (s. Angela Merkel). Und dieses Frauenbild fahren auch heute die meisten Männer und übrigens auch die Frauen. Ach, kein Wunder, dass Maria so trostlos und traurig wirkt!

Wie man von Hölzchen auf Stöckchen kommt! Eigentlich wollte ich darüber gar nicht schreiben, sondern über meine neuen Vorsätze fürs Jahr 2016! Ähhh, ok, also, jetzt ist sowieso alles aus dem Kontext gerissen😉

Was im Jahr 2015 passiert ist:

  1. Ich habe meinen Fernseher verbannt.
  2. Ich habe meine Couch rausgeworfen und einen Tanz- und Ritualraum aus meinem Wohnzimmer gemacht.
  3. Ich habe mich selbst als Göttin und Königin entdeckt auf dem Weg der erwachten Weiblichkeit.
  4. Auf diesem Weg habe ich meinen Mann (!) und die Liebe gefunden.
  5. Ich habe die Verbundenheit mit der Welt und allen Menschen gespürt, indem ich mich viel bewegt habe: zweimal nach Paris, einmal nach Berlin, zum Mittelalterfestival nach Bückeburg und dreimal nach Sizilien!

Meine Vorsätze für das Jahr 2016 sind:

  1. Ich wünsche mir mehr Struktur und Ordnung in meinem Leben (v.a. in materieller Hinsicht :-P)
  2. Ich möchte noch mehr Sport treiben.
  3. Ich möchte mich mehr um mich selbst kümmern und keine Therapeutin mehr für andere spielen, denn jeder geht einen anderen Weg und da möchte ich lernen, loszulassen.
  4. Ich möchte richtig schön Gitarre lernen.
  5. Ich möchte noch mehr ins Kreieren kommen und weg vom Konsumieren, wie mir Liath 2015 beigebracht hat.
  6. Ich wünsche mir ein Jahr mit meinem neuen Schatz, der mir 2015 endlich geschenkt wurde, voller Liebe, Leidenschaft, Sex, Tiefgang und Albernheiten!
  7. Ich möchte noch mehr werden wie mein verstorbener Patenonkel, der einfach gemacht hat, was er wollte. Beispielsweise ist er als kleines Kind von meiner Oma immer wieder ins Internat gesteckt worden (das war früher auf Sizilien Mode) und immer wieder abgehauen. Er ist 44 km zurück nach Hause zu meiner Oma gelaufen, stand dann irgendwann wieder vor der Tür und rief: „Mama, ich bin wieder da!“ Irgendwann hat sie es dann endlich aufgegeben und er konnte zuhause bleiben. Manchmal muss man einfach das tun, was einem die innere Stimme sagt, egal, was andere dazu sagen. Egal!
  8. Ich möchte an meinem Buch weiterschreiben, einen roten Faden finden und meine Ideen für weitere Bücher verschriftlichen.

Ich möchte mich bedanken, bei euch, bei mir, für diesen regen Austausch im Jahr 2015 und freue mich auf euch im Jahr 2016! Auf dass es für uns alle neue, wunderbare und lebendige Impulse bringen möge!

In ganz viel Liebe an alle Hexenfrauen

Hexesofia

Droht uns Gefahr?

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Droht uns Gefahr?

Es ist 5 Uhr 39 und ich kann nicht schlafen. Mache mir viele Gedanken. Die Partei von Marine Le Pen hat gestern die Mehrheit an Wahlstimmen erhalten und dafür sind u.a. die Anschläge in Paris verantwortlich. Was für absurde Zusammenhänge und wie einfach die Menschen wieder denken. Der IS greift Paris an und nun wird die Lösung im Rechtsextremismus gesucht. Die Vergangenheit hat ja noch nicht gezeigt, wie glücklich alle Menschen mit einer rechtsradikalen Regierung waren.

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Alle haben Angst vor den Flüchtlingen  – aus mir schier nicht nachvollziehbaren Gründen – und rechtsextremes Gedankengut kommt auf fruchtbaren Boden.

Wie oft habe ich die Deutschen sagen hören: „Wir haben das Thema Hitler und das dritte Reich satt. Wie lange müssen wir das noch besprechen? Es ist doch jetzt mal verdaut!“ Eben nicht! Es ist nicht einmal 100 Jahre her, was da passiert ist und jetzt, im Jahre 2015, bricht diese Energie wieder durch. Das Thema ist immer noch aktuell.

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Der Film „Er ist wieder da“ hat mir das auch nochmal deutlich gemacht. Ich kann den Film nur empfehlen, denn es gibt neben gespielten Szenen auch authentische Situationen, in denen die Deutschen ihre Meinung äußern gegenüber diesem wieder auferstandenen Hitler – und was man da zu hören bekommt, ist besorgniserregend. Ich kann den Film nur wärmstens empfehlen. Es ist keine Komödie. Er ist sehr gut gemacht und regt zum Nachdenken an.

Zudem: Meine Meinung ist, dass niemandem auf dieser Welt irgendetwas gehört. Die Grenzen ziehen die Menschen, Göttin und Gott hingegen haben nie etwas davon verlauten lassen. Wir gehören alle in den Schoß von Mutter Natur und die Dinge, die momentan in Europa passieren sind schlichtweg die Folgeerscheinungen eines infantilen Machtspielchens von „meins und deins“. Erwachsene, die spielen, dass es Grenzen gibt, dass jemand Papiere haben muss, dass jemand arbeiten muss etc… Und wenn es ganz extrem ist, dann spielt der Mensch, dass alle anderen Schafe weiß sein müssen und am besten noch dümmer als er, damit er das Spiel gewinnt. Was da alles schief laufen muss in manchen Köpfen, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

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Ich mache mir momentan ein paar Sorgen. Ich habe das Gefühl, dass Gefahr in der Luft liegt, weil alle Menschen wieder mal so leichtfertig mit dem Rechtsextremismus umgehen. Die Wahlergebnisse in Frankreich haben mich zudem bestürzt und ich möchte nicht wissen, wie die nächsten Wahlen in Deutschland aussehen werden. Habt ihr auch das Gefühl, dass das „Rechte“ wieder kommt? Ist das Thema bei euch auch so präsent oder beschäftige ich mich einfach zuviel damit und habe deshalb den Eindruck?

Die Göttin schickte mir die „weise (überhebliche?) Alte“, damit sie mich lehrt

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Ich liege grade im Krankenhaus. Ich hatte einen Mückenstich, der sich entzündet hat und wegen Verdacht auf Blutvergiftung bin ich nun das erste Mal in meinem Leben im Krankenhaus.

Ich glaube ja daran, dass nichts im Leben ohne Grund passiert. Deshalb bin ich nun die ganze Zeit am rätseln: Was soll das alles nun bedeuten? Manchmal kommen Gedanken von „Strafe“ in meinen Kopf, die mir auferlegt wurde, weil ich hier oder da nicht gut gehandelt habe. Aber gibt es so etwas wie „Strafe“ überhaupt? Eigentlich glaube ich daran, dass in allem eine tiefe Chance verborgen liegt, zu wachsen. Und bei allem, was uns passiert, lernen wir uns selbst noch besser kennen.

Zuerst war ich alleine auf dem Zimmer. Am zweiten Tag haben sie mich dann gefragt, ob es in Ordnung für mich wäre, eine Zimmergenossin zu bekommen. Zuerst dachte ich: „Ach nö, is‘ doch so schön alleine..“ Aber dann dachte ich an die Möglichkeit, dass die Göttin mir vielleicht jemand ganz Bestimmtes schickt und sagte ja.

Eine alte Frau betrat mit ihrem genauso alten Mann das Zimmer. Als ihr Mann weg war, vergingen keine zwei Minuten, da wusste ich schon, dass ihre beiden Söhne Ärzte sind, ihr Mann Physiker an der Uni und auch all ihre Enkelkinder haben eine grandiose Laufbahn. Der eine studiert sogar an der Sorbonne in Paris. Da war ich total angepisst und ich hasste diese alte, hochnäsige Schnepfe! Ich hatte vorher lediglich gesagt, dass ich Lehrerin bin.

Eigentlich redet sie die ganze Zeit und ich höre ihr auch zu, weil ich Respekt vor dem Alter habe. Aber manchmal komme auch ich durch. Mir ging diese ganze Intellektuellen-Medizinerscheiße irgendwann auf den Geist, denn alle Sätze fangen so an: „Mein Sohn, der Kardiologe..“ oder „Mein Sohn, der Tropenmediziner…“ Ich wusste lange nicht, ob ihre Söhne auch Vornamen haben oder ob sie sie eventuell direkt nach der Geburt so genannt hat.

Ich sagte, dass ich mich auch oft zu künstlerischen Tätigkeiten hingezogen fühle. Auch weil ich mich irgendwie schon als so eine Art „Pöbel“ empfunden habe in ihrer Gegenwart und das Gefühl hatte, ich müsste jetzt auch mal zeigen, dass ich Anspruch habe. Aber auch in ihrer Familie sind alle Künstler! Ihre Enkelin hängt das gesamte Haus ihres Sohnes mit ihren künstlerisch fantastischen Bildern voll und auch ihr Sohn, der Kardiologe, ist künstlerisch sehr begabt. Außerdem hat er nicht nur ein Medizinstudium hinter sich gebracht, sondern auch ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, weil er den Betrieb im Krankenhaus auch nachvollziehen möchte. Ihr Sohn, der Kardiologe, hat auch schon mehreren Menschen das Leben gerettet, wo andere fast einen Fehler gemacht hätten und diese geretteten Menschen sagen heute noch „Er hat mich gerettet!“. Ihr Sohn, der Tropenmediziner, von dem sagen die Leute auch „Der guckt nicht nur über den Tellerrand, nein, der guckt noch viel weiter!“

Dennoch betont sie aber immer wieder: „Also, aber ich möchte wirklich nicht angeben!“ Nein, natürlich nicht!

Dann sage ich, dass ich einen Teil des Jakobsweges gegangen bin (wahrscheinlich auch wieder aus dem Gefühl heraus, ignorant zu sein) und dann wird das von unserer Superoma wieder getoppt mit Reisen nach Haiti, Skandinavien, Australien, Kanarische Inseln etc… Teilweise ist sie selbst gereist, aber vor allem spricht sie von ihren Söhnen. Sie spricht fast überwiegend von ihren Söhnen.

Dann erzähle ich (man ist ja 24h zusammen!), dass ich oft nach Paris fahre – dann war sie in Paris in der totschicken Oper und zwar in Don Giovanni, wo eine Karte 70€ kostet…

Gestern Abend habe ich sie dann aber doch mal in ihre Schranken gewiesen und war wirklich stolz darauf, ganz klar meine Grenzen aufgezeigt zu haben. Sie ist nämlich sehr begabt im Pauschalisieren von „jungen Leuten“. Da nennt sie mir irgendeinen Ort (und wie später rauskommt, in Schlesien!) und als ich den dann nicht kannte, kam sofort der Kommentar: „Ja, ich muss also wirklich sagen, die jungen Leute von heute, die haben ja überhaupt keine geographischen Kenntnisse.“ Da wurde ich langsam wirklich sauer und habe ihr gesagt, dass sie aber sehr oft pauschalisiert und dass ich das jetzt nicht gut finde, so etwas zu sagen, weil ich jetzt den EINEN Ort, den sie mir da zufällig nannte, nicht kannte. Da spielte sie ihren Vorwurf ganz schnell wieder runter und sagte, sie meinte ja gar nicht mich, sondern generell die jungen Leute und redete sich dann um Kopf und Kragen. Damit hatte ich sie dann doch verunsichert.

Zuerst hatte ich ein schlechtes Gefühl, ihr gesagt zu haben, dass das zu weit geht und sie so ins Schleudern gebracht zu haben, aber dann habe ich gedacht: „Nein, jetzt hast du einmal dein Recht verteidigt und nicht alles mit dir machen lassen – und da bist du jetzt stolz auf dich!“ Das schlechte Gewissen kommt ja eben nur aus dem antrainierten Verhaltensmuster heraus, mich niemals zu behaupten und sofort klein beizugeben. Aber damit ist jetzt Schluss. Ich möchte das nicht mehr.

Und ich mache mir gerade darüber Gedanken, warum das alles jetzt so passiert ist. Da liege ich nun mit einem entzündeten Mückenstich im Krankenhaus neben einer Alten, die mich ständig übertrumpfen will.

Und wisst ihr was? Langsam glaube ich, sie bringt mir grad was bei. Wer hat denn mit dem Beruf angefangen? ICH hatte doch sofort das Bedürfnis, ihr zu sagen, dass ich Lehrerin bin. Definiere ich mich vielleicht zu sehr über meinen Beruf? Natürlich, und da bin ich mir sicher, hätte sie spätestens nach 10 Minuten selber damit angefangen, dass beide Söhne Mediziner sind und auch sonst fallen Worte wie „Hierarchie“ und „unterlegen“ aus ihrem Mund. Aber die wichtigste Frage ist: Warum schickt mir die Göttin diese (weise??) Alte? Was soll ich dabei lernen?

Es ist, denke ich, meine eigene große Angst, als ignorant abgestempelt zu werden. Denn irgendwie habe ich mich ja auf dieses Spiel eingelassen (und auch irgendwie damit angefangen?). Was ich bemerkt habe, ist, dass auch ich oft dazu neige, immer zeigen zu wollen, dass ICH sehr anspruchsvoll im Leben bin und leicht dazu tendiere, andere im Zuge dessen als ignorant anzusehen. Vielleicht ist es das, was mir bewusst werden sollte.

Der Krankenhausaufenthalt an sich hat mir zum Einen gezeigt, dass mein Beruf anscheinend zuviel war – offensichtlich musste ich da mal rausgezogen werden und bemerken, dass es auch ohne mich läuft. Ich habe nämlich für den Tag der offenen Tür, der genau in dieser Woche ansteht, einen Auftritt mit den Kindern vorbereitet. Das ist also mein Baby – ich wollte noch mit den Kindern üben, sie vor ihrem Auftritt ansagen, einige Worte zu dem Fach sagen, mich schick rausputzen und einen mächtig guten Eindruck machen. Das kann ich jetzt mal alles knicken. Loslassen ist die Devise – ich bin nicht so wichtig, wie ich denke und die Dinge an meiner Arbeitsstelle können auch ohne mich laufen. Die Kinder treten trotzdem auf und eine Kollegin übernimmt die Präsentation. Nachdem ich euch in meinem letzten Beitrag ja schon berichtete, dass ich kurz vor dem Burnout stand, soll ich nun umso mehr lernen, diesen ganzen beruflichen Kram mehr loszulassen. Ich identifiziere mich zu sehr damit. Stimmt, nun werden mir die Geschehnisse langsam immer klarer.

Nun wollte ich mit „Zum Anderen“ weitermachen – aber das ist ja eigentlich schon das Fazit, das ich grad gezogen habe: auch durch die alte Frau habe ich erkannt, dass ICH offensichtlich sehr in diesen Klassenkategorien drin hänge, sonst gäbe es ja gar keinen fruchtbaren Boden für sie. Ich spreche zwar nicht die ganze Zeit davon, aber anscheinend spielt es doch eine große Rolle für mich. Ich sage auch immer gerne, dass ich Lehrerin bin und wenn ich es irgendwo aufschreiben soll (beispielsweise beim Arzt oder so), überlege ich auch immer, ob ich „Studienrätin“ schreiben soll (das wäre die exakte Beschreibung meines Amtes) oder ob das zu überheblich klingt. Das heißt, ich stecke tiefer in dieser Scheiße drin als ich denke.

Was nehme ich mir nun vor? Ich nehme mir vor, das Leben anders zu sehen. Das Leben in seiner Wahrheit zu sehen und die Wahrheit ist, dass der Tropenmediziner genauso ins Klo kackt wie die Aldi-Kassiererin. Dem Darm ist es also völlig egal, was einer von Beruf ist! Ich nehme mir vor, niemals mehr von dem zu sprechen, was ich von Beruf bin, was ich alles kann etc… Nicht, weil das per se schlecht ist, sondern weil ich bei der Alten gesehen habe, wie überheblich das wirkt und  weil – und das ist eigentlich das wichtigste Argument – ich das nur aus Minderwertigkeitsgefühlen heraus tue. Ich möchte lernen, mich selbst auch so zu akzeptieren, ohne diese ganzen Fähigkeiten und ohne Rückblick auf meine berufliche Laufbahn. Sind wir denn nur etwas wert, wenn wir uns Studienrätin, Doktor oder Quantenphysiker nennen können?

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Man sieht es auch wieder an Pippi Langstrumpf: Sie hat überhaupt keine Bildung, benimmt sich immer daneben und führt ein Lotterleben – dennoch hat sie total viel Selbstwertgefühl und verfügt über eine dementsprechende Fähigkeit zur Selbstbehauptung mit dem Ergebnis, dass die Anderen sie toll finden. Natürlich gibt es auch immer welche, die ihr Leben doof finden (sowie Tante Prusseliese oder die Polizisten), aber wie ich kürzlich in einem Buch über Selbstbehauptung las, ist es eine ungesunde Illusion, zu glauben, man könne mit der Außenwelt ständig und immer in völliger Harmonie leben. Das kann teilweise sogar gefährlich werden.

Ich möchte mich bei meiner Göttin bedanken, die sich unendlich viel Mühe gibt, mich auf meine Defizite hinzuweisen. Ich brauche mehr Abstand zum Beruf, möchte mich wieder mehr mit Hekate, Kali, Freya, Brighid und generell mit meiner Weiblichkeit verbinden und die Spiritualität wieder mehr in mein Leben lassen. Ich erinnere mich auch grade, dass ich früher nicht so war. Da habe ich dieses Berufliche eigentlich immer so „nebenbei“ gemacht.

Ich möchte mich mit der Kraft der Weiblichkeit verbinden, die Anmut des Weiblichen spüren und die tiefe Lebendigkeit, die in der zyklischen Weiblichkeit herrscht und mit der Erde verbunden ist, leben. Vielleicht kann mir die Rückverbindung mit den weiblichen Energien dabei helfen, mich von der Anerkennung anderer zu lösen.

Und ein kleiner, zusätzlicher Wunsch an meine Göttin: Bitte lass nicht zu, dass meine Kinder Kardiologen oder Tropenmediziner werden.

Kleiner Spaß am Rande ;-P

Aber wisst ihr was, langsam fange ich wirklich an, diese Alte zu mögen😀

Das wird sich aber bestimmt bei ihrem nächsten Spruch irgendwann wieder schlagartig ändern, wenn Kali mich wieder mal auf meine Schwachstellen hinweisen will…

Erschöpftes Samhain

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Mein Leben fühlt sich grad sehr „chaotisch“ an. Obwohl es eigentlich die Art von Leben für mich ist, die es anzustreben gilt. Die Flexibilität und die Fähigkeit zur Trennung der einzelnen Lebensbereiche. Und auch für sich zu sein, die Stunden mit sich selbst zu genießen.

Ich fühle mich so erdrückt von meiner Arbeit. Sie hält mich davon ab, die Dinge zu tun, die ich wirklich tun möchte. Sowie zum Beispiel das Schreiben meines Romans, das Experimentieren im Bilder malen, das Laut-werden-lassen meiner Seele mithilfe von Instrumenten und Lautbildung, das tänzerischen Abgeben meiner inneren Geschenke und Botschaften an die Welt.

Das Problem ist nur, ich bin einfach zu k.o. Wie gern würde ich mich jetzt aufs Fahrrad schwingen und losfahren, aber andererseits habe ich doch keine Lust dazu. Ich fühle mich erschöpft und zu nichts in der Lage. Ich glaube, die beste Lösung für dieses Problem wäre, einfach nichts zu tun. Mein Körper sendet mir ja auch Botschaften. Andererseits denke ich aber auch, dass der Körper Sport zur Entspannung braucht. Ich glaube, ich kann mich grad einfach nicht entspannen. Ja, ich bin unentspannt.

Auch mein Hexendasein möchte ich eigentlich mehr ausleben. Aber ich komme da gar nicht mehr dran, weil ich in der Bewusstseinsleiter meiner Seele immer wieder von der Arbeit hinabgezogen werde.

Ich habe einfach langsam Angst, dass ich es gesundheitlich nicht mehr lange durchhalte. Meine Reserven sind langsam aufgebraucht. Ich habe einfach keine Luft mehr, in meinem Leben zu atmen. Mein Leben zu atmen.

Das wollte ich mir einmal von der Seele schreiben. Danke.